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Aktuell Deutschland

Erhöhte Abgaswerte auch bei Autos anderer Hersteller als VW

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat infolge des VW-Abgas-Skandals auch Autos anderer Hersteller überprüft - und nun tatsächlich erhöhte Abgaswerte gemessen. Welche Konsequenzen hat das?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überprüft seit Ende September mehr als 50 verschiedene Modelle unterschiedlicher Autobauer. Zwei Drittel der Untersuchungen seien inzwischen abgeschlossen, teilte das KBA in Flensburg mit. "Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxid-Werte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt", hieß es in einem Zwischenbericht.

Noch unklar, ob manipuliert wurde

Die Ergebnisse würden nun mit den Autobauern und anderen Behörden besprochen und ausgewertet. "Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor", hieß es weiter. Welche Marken betroffen sind, teilte die Behörde nicht mit - auch nicht, welche Schlüsse aus den bisher vorliegenden Ergebnissen gezogen werden können.

Ein Sprecher von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in Berlin, die Tests fänden im Auftrag des KBA auf Prüfständen und während der Fahrt statt. Laut KBA sind neben den VW-Konzernmarken Hersteller wie BMW, Ford, Opel, Fiat, Mercedes-Benz, Dacia, Hyundai, Toyota oder Mazda in dem Prüfverfahren.

Getestet werden auch einige leichte Nutzfahrzeuge. Laut Verkehrsministerium sollen die Ergebnisse in einem Gesamtbericht veröffentlicht werden. Wann das sein wird, ist noch offen.

Auto-Lobby warnt vor Generalverdacht

Ein Daimler-Sprecher sagte in Stuttgart, man unterstütze die Behörde. "Wir haben nichts zu verbergen."

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte bereits zuvor davor warnt, die Branche unter Generalverdacht zu stellen. "Es gibt keinen Grund, von einem auf alle zu schließen. Wenn ein Unternehmen betrogen hat, dann ist das inakzeptabel, aber es diskreditiert nicht die gesamte deutsche Automobilindustrie", bekräftigte VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

VW tauscht Personal aus

Volkswagen hat unterdessen eine Schlüsselstelle für die Aufklärung von Unregelmäßigkeiten neu besetzt. Der bisherige Leiter der Konzernrevision ist laut einem Bericht von NDR Niedersachsen bereits vor einigen Wochen abgelöst worden. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu dieser Personalie. Über den bevorstehenden Abgang des Managers hatte im Oktober auch die "Bild am Sonntag" berichtet.

Der neue Chef der Abteilung, die über die Einhaltung der Regeln für die sogenannte Compliance (ethisch korrektes Handeln) wacht, ist Markus Eberl, der wie der neue Konzernchef Matthias Müller von Porsche nach Wolfsburg gewechselt ist. Konzernkreise bestätigten die Personalie, über die die dpa berichtet hatte.

chr/uh (dpa, afp)