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Ostmitteleuropa

Ergebnisse der Volkszählung in Tschechien

- Die Einwohnerzahl sinkt, die Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern auch atheistischer

Prag, 17.7.2002, RADIO PRAG, deutsch, Martina Schneibergova

Die Einwohnerzahl sinkt, die tschechische Gesellschaft wird immer älter - diese wohl bekannten Tatsachen wurden durch die jetzt veröffentlichten endgültigen Resultate der Volkszählung bestätigt, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. In Tschechien leben momentan rund 73.000 Menschen weniger als im Jahre 1991. Im selben Jahr waren 17,8 Prozent der tschechischen Bevölkerung älter als 60 Jahre, im vergangenen Jahr waren schon 18,5 Prozent der Einwohner über 60.

Jirina Ruzkova, Leiterin der Abteilung für Bevölkerungsstatistik des Tschechischen Statistischen Amtes, stellte fest: "In den nächsten Jahren kann mit einem bedeutenden Anstieg der Zahl von sechzigjährigen und älteren Einwohnern gerechnet werden. Zu dieser Altersgruppe werden die so genannten starken Jahrgänge gehören - Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg und Anfang der fünfziger Jahre zur Welt kamen."

Ruzkova erinnerte auch daran, dass auf 100 Kinder heutzutage 117 Menschen im Alter von über 60 Jahren entfallen, vor 11 Jahren war das Verhältnis umgekehrt - auf 100 Kinder entfielen 87 Menschen über 60 Jahre.

Aus den Resultaten der Volkszählung geht hervor, dass sich die tschechische Gesellschaft in den letzten zehn Jahren in vielerlei Hinsicht geändert hat. Im Durchschnitt haben die Menschen eine höhere Bildung als früher; dies ermöglicht ihnen auch eine besser bezahlte Stelle zu bekommen. Junge Tschechinnen und Tschechen übereilen sich nicht mit der Familiengründung, oft leben sie als Single. Das Durchschnittsalter der Bräute und Bräutigame ist deutlich gestiegen. 1991 heirateten die Frauen im Durchschnitt mit 22 und Männer mit 25 Jahren, jetzt vier bzw. fünf Jahre später.

Interessante Tatsachen brachte die Volkszählung im Bereich Nationalität bzw. Muttersprache. Fast 50.000 Einwohner der Tschechischen Republik gaben in den Volkszählungsfragebögen an, zwei Muttersprachen zu haben. 11.000 Menschen halten neben Tschechisch auch Deutsch für ihre Muttersprache.

Die tschechische Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern - wie aus den Angaben hervorgeht - offensichtlich auch atheistischer. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung glaubt nicht an Gott, vor zehn Jahren hielten sich knapp 40 Prozent der Bewohner für areligiös. Zur römisch-katholischen Kirche, die unter den Glaubensgemeinschaften in Tschechien am stärksten vertreten ist, bekannten sich diesmal um eine Million weniger Menschen als 1991 - insgesamt 2,7 Millionen. Auch wenn der Islam in Tschechien nicht zu den vom Staat offiziell anerkannten Kirchen gehört, haben sich mehr als 3,5 Tausend Menschen zu ihm bekannt. Noch mehr Anhänger - über 6.500 - hat in Tschechien der Buddhismus. Die Föderation der jüdischen Gemeinden hat den Statistiken zufolge 1.515 Mitglieder. (ykk)

  • Datum 18.07.2002
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