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Kunst

Erfolgskonzept aus Berlin: Die "Lange Nacht der Museen" wird 20

Ein Ticket, alle Häuser - nach dem Prinzip funktioniert die Museumsnacht. Vor zwanzig Jahren in Berlin erfunden, lockt das Konzept die Menschen heute in Städten rund um den Globus in die Museen.

1997 fand die erste Lange Nacht der Museen in Berlin statt. Damals noch eine Gemeinschaftsaktion von 18 Häusern, wird der zwanzigste Geburtstag in Berlin am Samstag (19.08.) unter Teilnahme von sage und schreibe 80 Museen gefeiert - mit 800 Veranstaltungen, zu denen rund 30.000 Menschen erwartet werden. "Made in Berlin" ist das Motto - die Wirkungskraft des Konzeptes weist heute aber weit über Berlin hinaus.

"Die eigene Stadt neu erleben"

Als der frühere Berliner Kultursenator Volker Hassemer vor 20 Jahren die Idee zu dem neuen Format hatte, war das Echo noch wenig begeistert. "Sogar die Chefs von großen Häusern waren - vorsichtig gesagt - ausgesprochen zurückhaltend", erinnert sich der CDU-Politiker. Die Idee in einer konzertierten Aktion, die Öffnungszeiten bis in die Nachtstunden zu verlängern und die Angebote zu verbinden, setzte sich dennoch durch. 

Besucherschlangen bei der Langen Nacht der Museen in Berlin 2016 (Foto: picture-alliance/dpa/K.-D.Gabbert)

Sehr beliebt: Die "Lange Nacht der Museen" in Berlin

Nach den ersten Erfolgen in Berlin zogen deutsche Städte wie Hamburg, Frankfurt und München nach. Inzwischen gibt es kaum eine deutsche Stadt, die nicht mindestens einmal im Jahr Nachtschwärmer mit ihrem Kulturangebot lockt. "Die Menschen können so ihre Stadt noch einmal ganz neu erleben", sagt Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, die für die gesamte Organisation rund um die Berliner Museumsnacht verantwortlich ist. "Sie können Museen entdecken, die sie noch nicht kannten. Sie können ohne Schwellenangst in Häuser gehen, die sie bisher vielleicht für elitär hielten. Oder sie können auch ganz einfach nur zusammen sein und die Geselligkeit genießen."

Ein internationaler Erfolg

In Österreich organisiert der ORF seit dem Jahr 2000 eine landesweite Museumsnacht, die bisher zusammen mehr als fünf Millionen Besucher anzog. Auch auf den Philippinen gibt es seit zehn Jahren eine Night of Heritage - eine Nacht des kulturellen Erbes. "Mehr als hundert Städte von Prag bis Paris, von Brüssel bis Buenos Aires haben unser Erfolgsmodell übernommen",  sagt van Dülmen. "Unsere erste Lange Nacht vor zwanzig Jahren war der Urknall. Seither ist die Idee um die Welt gegangen".

Aber nicht nur die Museen ließen sich von der Idee anstecken. Auch andere Disziplinen stellen sich inzwischen gern mit diesem Veranstaltungsformat vor: Die Lange Nacht der Wissenschaften, der Religion, der Musik, der Literatur, des Sports... ja sogar der Feuerwehren, der Labore und der Hotelbars.

Lange Nacht der Religionen, Berlin 2016 (Foto: DW/K. Salameh)

Eine von vielen Varianten: Die Lange Nacht der Religionen in Berlin

Die Idee "Jetzt machen wir mal alle zusammen etwas für alle" habe eine große Zugkraft entwickelt, so Moritz van Dülmen. "Jede Institution kann so Aufmerksamkeit auf sich lenken. Vor allem aber entsteht ein Gemeinschaftswerk mit neuen Kooperationen, weil alle das gleiche Ziel haben." Oft profitierten sogar vor allem die kleineren Häuser - weil sie im Windschatten der großen mit bekannt würden.

jhi/bb (dpa/www.lange-nacht-der-museen.de)