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Fahndungserfolg

Erfolgreicher Schlag gegen die Mafia in Deutschland und Italien

In einer gemeinsamen Aktion haben die deutsche und italienische Polizei zahlreiche Verdächtige festgenommen. Im Visier der Ermittler stand ein Clan der sizilianischen Cosa Nostra. Auch in Köln gab es Verhaftungen.

Italien PK zu Anti-Mafia-Operation in Rom (picture-alliance/AP Photo/ANSA/M. Percossi)

Pressekonferenz zur erfolgreichen Anti-Mafia-Operation in Rom

Es war eine konzertiert Polizeiaktion über Ländergrenzen hinweg: Nach Angaben der Staataanwaltschaft in Rom waren rund 600 Beamte an den beiden Anti-Mafia-Einsätzen "Druso" und "Extra Fines" beteiligt. Insgesamt 37 Haftbefehle konnten die Ermittler vollstrecken. Auch in Köln schlug die Polizei zu: Hier wurden zwei Italiener festgenommen. Ihnen werde Drogenhandel vorgeworfen, einem der Männer außerdem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft in Köln. 

Mafia-Kontakte bis nach Duisburg

Alle Festgenommenen sollen dem "Rinzivillo"-Clan der sizilianischen Cosa Nostra angehören, der nach Angaben der Ermittler auch in Deutschland in kriminellen Aktivitäten im Lebensmittel- und Drogenhandel aktiv ist. Demnach soll die aus dem sizilianischen Gela stammende Familie Rinzivillo  - teils in Gebietsabsprachen mit anderen Mafia-Clans - versucht haben, den Handel mit Fischereiprodukten in Rom, Mailand und Deutschland unter ihre Kontrolle zu bringen.

Bei ihren Aktivitäten im Drogenhandel zwischen Italien und Deutschland sollen Mitglieder der Rinzivillos auch Kontakte zu Antonio Strangio, dem Betreiber des Duisburger Lokals "Da Bruno" gehabt haben, das im August 2007 Schauplatz einer Mafia-Schießerei mit sechs Toten war.

Deutschland Mafia (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Sechs Menschen wurden im August 2017 vor dem Duisburger Restaurant "Da Bruno" erschossen

Wie es weiter hieß, baute Clan-Chef Salvatore Rinzivillo über einen Stellvertreter in Karlsruhe und Köln kriminelle Zellen auf. Wie die Fahnder mitteilten, ließ er auch Investitionsmöglichkeiten im Bau- und Lebensmittelsektor sondieren, zwei traditionellen Geschäftsbereichen des Clans.

Mafia-Vermögen in Millionenhöhe beschlagnahmt

Dem erfolgreichen Schlag gegen den Mafia-Clan waren mehrjährige, grenzüberschreitende Ermittlungen vorausgegangen. Bereits im Mai 2015 hatte die italienische Justiz die Staatsanwaltschaft Karlsruhe um Zusammenarbeit gebeten, im Januar 2016 folgte die Staatsanwaltschaft Köln.

In ihrer gemeinsamen Ermittlungsarbeit brachten die Polizeibehörden einen beträchtlichen Kokain-Handel von Salvatore Rinzivillos und zwei Mitgliedern einer anderen Mafia-Organisation, der Stidda, ans Licht. Im August 2015 konnte die Polizei in Pforzheim im Zusammenhang der Ermittlungen drei Schusswaffen sichern. Insgesamt beschlagnahmten die Fahnder in Deutschland und Italien bei der gemeinsamen Anti-Mafia-Aktion Immobilien und Güter im Wert von elf Millionen Euro.

cw/fab (dpa, kna)