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Asien

"Erfolgreicher Einsatz gegen Aufständische"

Was genau am vergangenen Freitag (04.09.2009) in der Nähe des Bundeswehr-Lagers in Kundus passiert ist - darüber gehen die Darstellungen auseinander. Eine Chronologie der Ereignisse.

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3. September 2009: Die Bundeswehr lässt einen von den radikal-islamischen Taliban errichteten illegalen Kontrollpunkt sieben Kilometer süd-westlich des deutschen Camps in Kundus beobachten.

3./4. September: In der Nacht bringen Taliban an dem Kontrollposten zwei beladene Tanklastzüge in ihre Gewalt. Die beiden Fahrer sollen getötet worden sein. Der verantwortliche deutsche Kommandeur fordert laut "Washington Post" die US-Luftwaffe an, um nach den Tanklastern zu suchen.

4. September, gegen 1:50 Uhr: Bei der Durchquerung des Flusses Kundus, sechs Kilometer südwestlich vom deutschen Feldlager entfernt, bleiben die Taliban mit den Fahrzeugen in einer Sandbank stecken. Die US-Luftwaffe entdeckt die Tanklaster laut "Washington Post" frühmorgens auf einer kleinen Insel im Kundus-Fluss. Die Crew habe berichtet, dass sie Panzerfäuste und andere kleinere Waffen bei einigen der umstehenden Menschen ausmachen konnten.

2:20 Uhr: Zwei angeforderte Kampfjets übertragen Live-Bilder in das deutsche Kommandozentrum. Zugleich versichert ein Informant telefonisch, dass es sich bei allen Umstehenden um Taliban handele. Auf den Aufklärungsbildern seien etwa 100 Menschen rund um die Laster zu sehen, heißt es. Die Taliban sollen in der Zwischenzeit Dorfbewohner gezwungen haben, beim Bergen der Laster zu helfen. Zudem sollen Zivilisten zu dem Ort geeilt sein, um Benzin abzuzapfen.

2:30 Uhr: Der deutsche Kommandeur gibt im Kommandozentrum in Kundus den Befehl zum Luftschlag.

2:32 Uhr: Ein von der Bundeswehr angefordertes US-Flugzeug bombardiert die Laster. Auf den Bildschirmen in der Kommandozentrale der Deutschen in Kundus ist laut "Washington Post" nach dem Abwurf der Bomben eine riesige Explosionswolke zu sehen.

8:30 Uhr: Die Bundeswehr veröffentlicht auf ihrer Internetseite eine Mitteilung zu der Attacke. Titel der Erklärung: "Erfolgreicher Einsatz gegen Aufständische im Raum Kundus". - Laut Bundesverteidigungsministerium sollen keine Zivilisten getötet worden sein.

12:30 Uhr: Die ersten deutschen Soldaten treffen am Ort des Geschehens ein und beginnen mit einer Untersuchung. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Leichen bereits weggebracht. (wa/hp/dpa)