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Kultur

Erfolgreiche Mars-Landung der Sonde "Phoenix"

Der Anspannung folgte der Jubel im Kontrollzentrum: Die Raumsonde "Phoenix" hat die schwierige Landung auf dem Mars nahezu perfekt beendet und schickt nun Bilder an das Raumfahrtzentrum der NASA.

Die NASA-Forscher feiern die Landung - AP

Jubel: Die NASA-Forscher feiern die Landung im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena

Bilderbuchlandung auf dem Roten Planeten: Nach fast zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise ist die US-Raumsonde "Phoenix" erfolgreich auf dem Mars gelandet.

Ein Bild von ganz weit weg: 'Phoenix' hat seinen Fuß auf die Mars-Oberfläche gesetzt - AP

Ein Bild von ganz weit weg: 'Phoenix' hat seinen Fuß auf die Mars-Oberfläche gesetzt

Die dreibeinige Sonde setzte am Montag (26.5.2008) nach einer fast zehnmonatigen Reise gegen 1.40 Uhr MESZ in der Nähe des Mars-Nordpols auf. Etwa 15 Minuten später empfing die US-Weltraumbehörde NASA das erste Signal. Rund 20 Minuten später wurden die Sonnensegel planmäßig ausgefahren. Schon nach zwei Stunden sendete die Sonde erste Bilder zur Bodenstation.

"Wunderbare Bilder"

"Es ist wunderbar, die Bilder sind gestochen scharf", schwärmte ein NASA-Manager. "Die Sonde befindet sich in fast vollkommen flachem Gelände." Die Schwarz-Weiß-Bilder zeigten neben den Sonnensegeln auch Marslandschaft in der Umgebung mit Felsen und Steinen.

Nach dem Aufsetzen des Landemoduls war unter den NASA- Mitarbeitern im Kontrollzentrum in Pasadena (Kalifornien) frenetischer Jubel ausgebrochen. "Nicht einmal in meinen Träumen hätte ich mir vorgestellt, dass alles so glatt verläuft", kommentierte "Phoenix"-Projektleiter Barry Goldstein das Manöver. "Wir sind mitten in unserem Zielgebiet gelandet."

Schwieriger Landeanflug

Marslandungen gelten als äußerst riskant: In den vergangenen Jahrzehnten waren über die Hälfte der gut ein Dutzend Mars-Missionen fehlgeschlagenen. Mehrere Sonden zerschellten beim Anflug auf den Planeten, verloren den Funkkontakt oder hatten andere schwere Probleme.

Eine NASA-Wissenschaftlerin überwacht die Landung - AP

Angespannt: Eine NASA-Wissenschaftlerin überwacht die Landung

Auch das Aufsetzen des "Phoenix" in der Nacht zum Montag galt als Zitterpartie. Ein besonderes Problem war, die Sonde vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur Landung innerhalb weniger Minuten von rund 20.000 auf etwa zehn Kilometer pro Stunde abzubremsen. "Die Atmosphäre wird immer dicker, Phoenix wird langsamer und langsamer", beschrieb ein Mitarbeiter im Kontrollzentrum die heikle Phase, als die Sonde von Fallschirmen gebremst in das Zielgebiet einschwebte.

Erste Landung in der Nordpolregion des Mars'

Als "sieben Minuten der Angst" beschrieb die NASA den schwierigsten Teil der Mission. Es handelte sich um die erste Landung in der eisigen Nordpolregion des Roten Planeten.

Zusammen mit der Sonde reiste eine Spezialkamera aus Deutschland zum Mars. Die Kamera aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau soll eine entscheidende Rolle bei der Suche nach gefrorenem Wasser im Marsboden spielen. Es handele sich um "die erste Kamera im All, deren Fokus sich verstellen lässt", schwärmte Chef-Entwickler Horst Uwe Keller.

310 Millionen Euro Kosten

Eine Illustration der NASA zeigt die Landung der Raumsonde 'Phoenix' auf der Mars-Oberfläche (Foto: dpa)

Eine Illustration der NASA zeigt die Landung der Raumsonde 'Phoenix' auf der Mars-Oberfläche

In den nächsten drei Monaten - dann ist Frühling und Sommer im Landegebiet auf dem Roten Planeten - soll der 2,4 Meter lange Roboterarm von "Phoenix" den gefrorenen Polarboden durchgraben. Die Expedition wird unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Das würde bedeuten, dass es dort Lebensraum für Mikroorganismen gibt. Zu klären ist auch, ob der Boden lediglich wenige Zentimeter oder möglicherweise mehr als einen halben Meter tief gefroren ist. Die Bodenproben werden in einem Labor in der Sonde erhitzt und untersucht. Das gesamte Projekt kostet laut NASA 420 Millionen Dollar (knapp 310 Millionen Euro).

Zugleich erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über den Klimawandel. Sie wollen durch die Untersuchungen klären, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde. Die Temperaturen auf dem Mars schwanken zwischen minus 125 und plus 35 Grad Celsius. Ursprünglich sollte die Sonde schon 2001 zum Einsatz kommen. Die Reise wurde dann aber gestrichen, nachdem 1999 der "Mars Polar Lander" in der Nähe des Südpols verloren gegangen war. (kap)

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