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Asien

Erfolgreiche Entwicklungshilfe in der Familienplanung

Das Wachstum der Weltbevölkerung zu bremsen, mag manchem vorkommen wie Don Quichottes berühmter Kampf gegen die Windmühlen. Das Beispiel Vietnam zeigt jedoch, dass eine erfolgreiche Bevölkerungspolitik möglich ist.

Menschen im Straßenverkehr von Hanoi (Foto: AP)

1989 lag in Vietnam die statistische Fruchtbarkeitsrate bei vier Kindern je Frau. Das Land hatte die zweithöchste Bevölkerungsdichte der Region. Seit Anfang der 90er-Jahre setzte die Regierung in Hanoi auf ein völlig neues Konzept in der Bevölkerungspolitik, das 1993 in ein konkretes Programm zur Familienplanung mündete. Darin waren konkrete Ziele für einen Rückgang der Geburtenrate genauso aufgeführt wie der dazu notwendige höhere Einsatz moderner Verhütungsmethoden.

1994 holte sich Vietnam dafür deutsche Hilfe mit ins Boot. Seitdem unterstützen die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank, dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) und der Weiterbildungs- und Entwicklungsorganisation Inwent im Auftrag der Bundesregierung das vietnamesische Gesundheitsministerium.

"Die verschiedenen Institutionen arbeiten quasi Hand in Hand", sagt der GTZ-Landesdirektor in Hanoi, Günther Riethmacher im Gespräch mit der Deutschen Welle. "Die GTZ macht die Beratung und hilft mit, Beratungsstellen aufzubauen durch Training von entsprechendem Personal, die KfW investiert in die Infrastruktur, stellt Geld zur Verfügung zur Beschaffung von Verhütungsmitteln zum Beispiel über eine gewisse Zeit, der DED berät mit einzelnen Experten auf der Provinzebene und Inwent schult durch entsprechende Kurse auf nationale Ebene auch Personal, um Gesundheitspolitik zu einem Teil der nationalen Strategie zu machen. Also jede Institution bringt ihre eigene Expertise mit in solche Programme ein."

Die Ergebnisse können sich sehen lassen

Eine Vietnamesin an einen Kondomautomaten. (Foto: AP)

Immer mehr Vietnamesen nutzen Kondome

In den vergangenen 15 Jahren ist die durchschnittliche Geburtenzahl vietnamesischer Frauen auf etwa 1,9 Kinder pro Familie gesunken. "Die Beratung zu Verhütungsmitteln, also sowohl zu Kondomen als auch zur Hormonpille, ist ungeheuer gut angenommen worden. Mittlerweile geben drei von vier verheirateten Frauen an, dass sie verhüten. Das ist etwa die Zahl, wie wir sie in Deutschland auch haben.", erklärt Riethmacher. Außerdem sei es gelungen, die Rate der Schwangerschaftsabbrüche um die Hälfte zu senken. Das sei ein weiterer Beleg für eine gute Aufklärungsarbeit, ebenso wie die in den letzten zehn Jahren verstärkte Aufklärung über HIV-Aids. "Das war auch Teil unserer Beratung im Bereich Familienplanung. Mittlerweile geben 90 Prozent der Bevölkerung an, dass sie die Hauptinfektionswege kennen."

An diesen Daten messen die deutschen Entwicklungshelfer ihre Leistungen. "Wir können wirklich sagen, da ist was passiert, da haben wir einen positiven Beitrag geleistet." Nach einhelliger Auffassung der Beteiligten war dies aber nur möglich, weil die Familienplanung eindeutig zu den Prioritäten der Regierung zählt, betont GTZ-Landesdirektor Riethmacher: "Ich kann immer wieder nur sagen, was uns hier ganz besonders entgegenkommt und was für den Erfolg auch anderer Projekte verantwortlich ist, dass die vietnamesische Regierung sehr stark ihre eigenen Entwicklungskonzepte verfolgt und sich dann gezielt einzelne Länder, wie in diesem Fall Deutschland sucht, um mit Hilfe dieser Partnerländer und deren Entwicklungszusammenarbeit diese Konzepte umzusetzen."

Autor: Manfred Böhm
Redaktion: Thomas Latschan