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Sport

Erfolgreiche Doppelspitze: "Trapatthäus" in Salzburg

Auch wenn Europa in gut einem Jahr zur Fußball-EM auf die Schweiz und Österreich schaut: Der alpenländische Vereinsfußball ist noch nicht so der Bringer. Allerdings möchte ein Klub unbedingt hoch hinaus.

Lothar Matthäus und Giovanni Trapattoni

Die Köpfe der 'Bullen':
Lothar Matthäus und Giovanni Trapattoni

Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus schafften mit Red Bull Salzburg den von allen erwarteten Triumph. Sechs Spieltage vor dem Saisonende machten die "Bullen" mit ihren vier deutschen Legionären den ersten nationalen Titel perfekt. Doch der österreichische Meistertitel ist für das Startrainer-Duo nur der erste Schritt.

Red Bull Salzburg

Salzburgs Spieler haben viel zu bejubeln

Jetzt soll mit Hilfe von Club-Besitzer und Milliardär Dietrich Mateschitz der Angriff auf Europas Fußball-Bühne folgen. Das Duo "Trapatthäus" bleibt - zumindest öffentlich - bescheiden. Natürlich würden "schon ein paar Flaschen Champagner fließen", kündigte der deutsche Rekordnationalspieler Matthäus an. Mit dem Spitzenplatz in der von Pleiten, Pannen und Skandalen gezeichneten Zehner-Liga hat Red Bull Salzburg jedoch nur sein erstes Ziel erreicht.

Beeindruckende Dominanz - im Alpenland

In der insgesamt als nicht gerade spielstark geltenden Topliga der Alpenrepublik berechtigt nur der Spitzenplatz zur automatischen Teilnahme an der Champions League, die dem bei weitem teuersten Verein des Landes die wichtigen Zusatzeinnahmen sichern soll. Auch hier zählt für Gertränke-Hersteller Mateschitz, der weltweit mit Team-Sponsoring (etwa in der Formel 1) für seinen Energie-Drink wirbt, nur der Erfolg, der seinem österreichischen Team bisher versagt geblieben ist.

Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz

Verleiht Salzburg Flügel: Getränke-Mixer Dietrich Mateschitz

Im vergangenen Jahr verpassten die "Bullen" als Vizemeister den Einzug in die europäische Königsklasse in der Qualifikation. Doch damals, so heißt es zur Entschuldigung, war die internationale Mannschaft um Trapattoni und Matthäus noch im Aufbau. Inzwischen hat die Elf um Ex-Bayern-Stürmer Alexander Zickler ihre eklatante Auswärtsschwäche abgelegt und auch das Toreschießen gelernt. Zickler ist mit 20 Treffern Torschützenkönig der Liga. Und die nationale Dominanz ist beeindruckend: In 30 Spielen wurde - bei nur drei Niederlagen - ein Torverhältnis von 62:17 erzielt. Da kann Salzburg sich schon mit Barcelona oder Lyon messen.

Frustrierte Österreicher

Wie viel sich Mateschitz das Team aus der Mozartstadt kosten lässt, bleibt sein Geheimnis. Für den Energiedrink-Mixer ist das Sport-Sponsoring Mittel zum Zweck. Die "Salzburger Nachrichten" wollen zumindest wissen, dass Trapattoni mit einem Jahressalär von 4,7 Millionen Euro an die Salzach gelockt wurde. Das wäre mehr als das gesamte Jahresbudget einiger anderer Bundesliga-Teams in Österreich. Wie viel Co-Trainer Lothar Matthäus für die bisher erfolgreiche Arbeit erhält, ist unbekannt.

Alexander Zickler

Traf früher für Bayern München - jetzt für Salzburg: Alexander Zickler

Immerhin kann es sich Red Bull Salzburg als einziges Team der Liga leisten, auf Zuschüsse des Verbandes zu verzichten und tritt seit Saisonbeginn fast ausschließlich mit ausländischen Spielern an. Einziger Österreicher in der Wunsch-Formation ist René Aufhauser. Nationalmannschaftskapitän Andreas Ivanschitz wechselte mitten in der Saison frustriert zu Panathinaikos Athen, weil er in Salzburg nur Ersatz war. Besser ergeht es da den vier Deutschen unter den Salzburg-Legionären. Mannschaftskapitän und Ex-Bayern-Profi Thomas Linke, Ex-"Löwe" Timo Ochs im Tor, Christian Tiffert (ehemals VfB Stuttgart) und Alexander Zickler gehörten während der ganzen Saison fast immer zur Stammelf.