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Kultur

Erfolgreich gebettelt: 1:1

Die deutsche Nationalmannschaft verpasste in letzter Minute den frühzeitigen Einzug in das Achtelfinale der WM - in der 91. Minute trafen die Iren zum 1:1.

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Jubelnde Iren nach dem Ausgleich in letzter Minute

Für viele deutsche Fans stellte sich in der allgemeinen Euphorie nach dem deutschen 8:0 gegen Saudi-Arabien nur die Frage nach der Höhe des deutschen Siegs. Euphorie ist selten ein guter Ratgeber – so auch im Fußball. Gegen die Iren gab es durch ein Gegentor in der Nachspielzeit nur ein 1:1 (1:0).

Wie die Saudis traten die Iren zwar auch in grün an, dass sie ein anderes Kaliber sind als die Araber, bewiesen sie jedoch schon in den ersten Minuten. Die nicht nur bei der Nationalhymne plakativ Zusammenhalt demonstrierenden Iren nahmen die zaghaften deutschen Offensivbemühungen früh auf - und versuchten bei eigenem Ballbesitz die deutsche Defensive unter Druck zu setzen.

Vierter Treffer von Miroslav Klose

Nach etwa zehn Minuten wurde die deutsche Mannschaft etwas sicherer und erspielte sich fast zwangsläufig auch die ersten Tor-Gelegenheiten. Alles schien nach Plan zu laufen: Nach bewährtem Schema aus dem Saudi-Arabien-Spiel flankte der ansonsten unauffällige Michael Ballack aus dem Halbfeld, im Strafraum hatte sich – wer sonst? – Miroslav Klose fein von seinem Gegenspieler gelöst. Der deutsche Senkrechtstarter traf mit seiner Spezialität, dem Kopfball-Aufsetzer, zur Führung (18.). Natürlich folgte nach seinem vierten WM-Treffer der Klose-Salto - die Chancen für den frühzeitigen Einzug in das Achtelfinale standen blendend.

Passivität nach der Führung

Statt aber die sich nun bietenden Räume zu nutzen und auf ein zweites Tor zu spielen, verfiel das Team von Rudi Völler zunehmend in Passivität. Deutlich war der deutschen Mannschaft das Bemühen anzusehen, das Spiel zu kontrollieren und die Partie nach Hause zu schaukeln. Vergeblich, wie sich zeigen sollte: Die ebenfalls keineswegs überragend starken Iren kamen so in der zweiten Halbzeit zu einigen dicken Chancen, scheiterten aber jeweils an Oliver Kahn. "Wir haben da förmlich um den Ausgleich gebettelt", wie sich der deutsche Torhüter nach dem Spiel verärgert äußerte.

Der wiederum starke Dietmar Hamman, Carsten Janker und Klose konnten auch die sich für Deutschland bietenden Chancen nicht nutzen und so schien es, als ob Deutschland mit dem knappsten aller Ergebnisse auch die Iren schlagen würden - bis eben zur 90. Minute. Robbie Keane setzte sich gegen Karsten Ramelow und Thomas Linke durch und traf aus fünf Metern zum glücklichen Ausgleich für die Iren.

Entscheidendes Spiel: Deutschland - Kamerun

So läuft jetzt alles auf das hinaus, was sowohl Rudi Völler als auch Kameruns Trainer Winfried Schäfer immer verhindern wollten: ein Endspiel Deutschland gegen Kamerun um den Einzug in das Achtelfinale. "Wir haben da die Chance uns aus eigener Kraft zu qualifizieren", versuchte Oliver Kahn die neue Ausgangslage positiv zu deuten. Anders ausgedrückt: Wer dieses Spiel am nächsten Dienstag verliert, muss die Koffer packen. Es darf gezittert werden.

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