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Aktuell Nahost

Erfolge im Kampf gegen IS-Miliz

Peschmerga-Kämpfer und die irakische Armee haben den "Islamischen Staat" offenbar aus zwei Städten im Nordirak vertrieben. Im syrischen Kobane warten die kurdischen Verteidiger weiter auf Unterstützung.

Kurdische Kämpfer brachten nach wochenlangen Gefechten zunächst die Stadt Sumar im Nordirak in ihre Gewalt. Unterstützt durch Angriffe der US-Luftwaffe sei es gelungen, den "Islamischen Staat" aus dem Zentrum von Sumar und elf umliegenden Dörfern zu vertreiben, sagte ein Peschmerga-General. Sumar liegt rund 60 Kilometer nordwestlich der vom IS im Juni eingenommenen Millionenstadt Mossul.

Die Kurden hatten Sumar nach dem Rückzug der irakischen Armee zu Beginn der IS-Offensive besetzt. Nach weiteren Gebietsgewinnen der Dschihadisten mussten sich die Peschmerga aber im August in die autonome Kurdenregion im Nordirak zurückziehen. Seitdem gewannen sie langsam wieder an Boden.

Strategisch wichtige Stadt

Wie das irakische Militär mitteilte, eroberten Soldaten und schiitische Milizen inzwischen auch die Stadt Dschurf al-Sachar südlich der Hauptstadt Bagdad zurück. Die IS-Kämpfer seien in benachbarte Dörfer geflohen. Dort werde man nun gegen sie vorgehen. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Den Angaben zufolge wurden 67 Soldaten und schiitische Freiwillige sowie 300 IS-Mitglieder bei den Kämpfen getötet.

Ein Sieg der Regierungstruppen in Dschurf al-Sachar würde das Vorrücken des IS auf Bagdad stoppen. Zudem wären die Verbindungen der Islamisten zu ihren Hochburgen in der westlichen Provinz Anbar unterbrochen.

Die USA und mehrere verbündete Staaten flogen am Freitag und Samstag nach amerikanischen Angaben 22 Luftangriffe auf Stellungen des IS im Irak. Es seien Ziele nahe dem wichtigen Staudamm von Mossul, der Stadt Falludscha und der Stadt Baidschi attackiert worden, hieß es. Bei Baidschi steht die größte Ölraffinerie des Landes.

Verstärkung angekündigt

Auch bei der Verteidigung der syrischen Stadt Kobane haben die Kurden dank internationaler Luftschläge wichtige Gebiete zurückgewonnen. Aktivisten zufolge übernahmen die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) einen wichtigen Hügel am Stadtrand. Weiter offen ist indes, wann die angekündigten 200 irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfer zur Verstärkung nach Kobane gelangen. Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil dementierte, dass sich 150 Soldaten bereits an diesem Sonntag auf den Weg in die nahe der Grenze zur Türkei gelegenen Stadt machen wollten. Ein entsprechender Bericht des Nachrichtenportals "Rudaw" sei falsch. Die Bewegung der Streitkräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen. Die Peschmerga sollen über türkisches Territorium nach Kobane gelangen. Die Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt.

Auch etwa 1300 Kämpfer der Rebellengruppe "Freie Syrische Armee" wollen sich den Kurden in Kobane anschließen. Am Freitag hatten die FSA-Kämpfer aus der Provinz Aleppo die Entsendung von Einheiten angekündigt, zu denen auch gemäßigte islamistische Gruppen gehören.

Der "Islamische Staat" kontrolliert trotz der jüngsten Rückschläge weite Teile des Irak und Syriens, wo er ein Kalifat ausgerufen hat. Die Extremistengruppe ist nach Einschätzung der US-Regierung die am besten finanzierte Terrororganisation der Welt.

gri/haz (afp, rtr, dpa)