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Aktuell Welt

Erfolge der Kurden gegen IS nach US-Luftschlägen

Der Luftkrieg gegen die IS-Terrormiliz in Syrien zeigt Wirkung. Die Kurden melden Erfolge bei der Verteidigung von Kobane. US-Präsident Obama erwartet einen langen Kampf gegen die Dschihadisten.

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Türkei: Kurden in Angst

Nach den bisher stärksten Luftangriffen des von den USA angeführten internationalen Bündnisses auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben kurdische Kämpfer die Dschihadisten in Nordsyrien etwas zurückdrängen können. Die Kurden hätten IS-Einheiten aus Teilen der seit Wochen umkämpften Stadt Kobane ( arabisch Ain al-Arab), an der Grenze zur Türkei vertrieben, teilten kurdische Aktivisten mit.

Luftangriffe werden treffsicherer

Vertreter der Kobane verteidigenden sogenannten Kurdischen Volksschutzeinheiten YPG berichteten, die Luftschläge auf die IS-Miliz seien präziser geworden. YPG-Kämpfer würden der US-geführten Koalition die Koordinaten von Angriffszielen übermitteln. In dieser Woche seien schon mindestens 32 IS-Kämpfer durch Luftangriffe getötet worden. Nach Angaben des Zentralkommandos der US-Streitkräfte in Tampa im Bundesstaat Florida flogen Kampfjets der Koalition am Dienstag und Mittwoch bei Kobane 18 Angriffe. Dabei seien mehrere Sammelpunkte, Gebäude, Fahrzeuge und Mörserstellungen der Dschihadisten zerstört worden.

IS-Vormarsch an der türkischen Grenze (DW-Karte)

IS-Vormarsch an der türkischen Grenze

Sollte die syrische Kurdenhochburg in die Hände des IS fallen, wird ein Massaker an den in der Stadt ausharrenden Kämpfern und Zivilisten befürchtet. Zudem hätten die sunnitischen Extremisten dann einen durchgängigen Grenzstreifen von mehr als 200 Kilometern zur Türkei unter ihrer Kontrolle. Die USA bemühen sich bislang vergeblich darum, den NATO-Partner zum Beitritt in die Anti-IS-Koalition zu bewegen.

US-Präsident Obama (Foto: Reuters)

US-Präsident Obama

Obama: Der wird Krieg wird lang

US-Präsident Barack Obama betonte nach einem Strategietreffen mit mehr als 20 Militärchefs des internationalen Bündnisses in der Nacht zum Mittwoch bei Washington, es habe beim Kampf gegen den IS zwar einige "wichtige Fortschritte" gegeben. Die Mitglieder der Koalition seien aber auf einen langen Krieg vorbereitet. "Es gibt keine schnelle Lösung", betonte der Präsident.

Das Strategietreffen wurde von US-Generalstabschef Martin Dempsey geleitet. Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Kanada, Australien sowie fünf arabische Staaten beteiligen sich in Syrien oder im Irak am Luftkrieg gegen den IS. An den Gesprächen nahmen aber auch Vertreter von Staaten teil, die sich auf andere Weise engagieren, so wie Deutschland, das Waffen an die Kurden im Nordirak liefert.

Acht IS-Attentäter aus Deutschland

Unterdessen meldete die in Berlin erscheinende Zeitung "Tagesspiegel" in Syrien und im Irak hätten sich schon mindestens acht Deutsche, die sich dem IS angeschlossen hätten, bei Selbstmordattentaten in die Luft gesprengt. Ein Selbstmordattentat am Sonntag im irakischen Kara Tapah sei der achte Anschlag, der einem deutschen IS-Kämpfer zugerechnet werde, so das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Anschlag mit mindestens 25 Toten sei von einem Deutschen mit dem Kampfnamen Abu Sara al-Almani verübt worden. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden sind rund 450 Islamisten aus Deutschland seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im März 2011 in das Land ausgereist.

wl/se (dpa, rtr, afp)

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