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Kultur

Erfolge bei Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Der "Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen" wurde zum ersten Mal 1981 von Frauen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Damit wollten sie an die Ermordung von drei erinnern.

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Nur die wenigsten Frauen können sich wehren

Seit 1999 ist dieser Tag offiziell von den Vereinten Nationen anerkannt. Beispiel Deutschland: Hier werden immer mehr Fälle häuslicher Gewalt zur Anzeige gebracht. Vor allem seit es ein neues Gesetz gibt, das Frauen dabei unterstützt, von ihren gewalttätigen Männern loszukommen.

Über 45.000 Frauen flüchten jedes Jahr in Deutschland aus den eigenen vier Wänden in so genannte Frauenhäuser. Weil sie von ihren Männern geschlagen, verprügelt, gequält und gedemütigt werden. Die meisten Frauen ertragen das Jahre lang, trauen sich nicht, darüber zu reden. Doch auch Freunde, die Familie oder Ärzte sind oft hilflos, meint die parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, Christel Riemann-Hanewinckel. "Wir wissen, dass Ärztinnen und Ärzte viel zu wenig Frauen, wenn sie eine Vermutung haben, darauf ansprechen, ob ihre Verletzungen, die sie haben, auf Gewalteinwirkung zurückzuführen sind", so Riemann-Hanewinckel.

Gewalt wird tabuisiert

Und das schlimme sei, so Riemann-Hanewinckel, dass Gewalt gegen Frauen zum Teil noch immer tabuisiert und totgeschwiegen wird. "Gewalt wird ja oft verniedlicht oder kleingemacht, es geht los bei Gewalt gegen Kinder", erklärt Riemann-Hanewinckel, "da wird deutlich, dass es immer noch als etwas anderes eingeschätzt wird, als es eigentlich ist."

Die Frauenhäuser sind die allerletzte Zuflucht. Wenn gar nichts anderes mehr geht. Hier können die Frauen so lange bleiben, wie sie wollen. Die Beratung ist kostenlos, Hilfe gibt es - wenn nötig - rund um die Uhr. Durchatmen, die Angst vor dem eigenen Mann verlieren. In den letzten Jahren wagen immer mehr Frauen den Schritt an die Öffentlichkeit. Und langsam wird deutlich, wie erschreckend hoch die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen sei, so Birgit Schweikert.

Die Juristin ist überzeugt, dass erst das so genannte Gewaltschutzgesetz dafür gesorgt hat, dass mehr Frauen als früher den eigenen Mann anzeigen. Das Gesetz ist seit 2002 in Kraft und gibt Frauen starken Rechtsbeistand.

Überfüllte Frauenhäuser

Gute Gesetze seien das eine, sagt die Staatssekretärin. Jede Frau, die gesetzliche Mittel in Anspruch nimmt, brauche Beratung, Unterstützung. Die Frauenhäuser in Deutschland sind überfüllt, viele Frauen müssen wegen Platzmangel abgewiesen werden, die Beratungsstellen sind überlaufen. Trotzdem soll gerade hier gespart werden. Davor warnt Christel Riemann-Hanewinckel in Berlin eindringlich. "Wir hören aus verschiedenen Ecken Deutschlands, dass die Finanzen für die Prävention aber auch für die ganz akute Unterstützung, Hilfe und Beratung von Frauen an verschiedenen Stellen gekürzt werden, obwohl wir wissen, dass wesentlich mehr Frauen, seit es dieses Gewaltschutzgesetz gibt, Frauenhäuser in Anspruch nehmen und parallel auch Beratung in Anspruch nehmen."