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Aktuell Europa

Erfolg für sardische Kumpel

Nach Zugeständnissen Roms haben auf Sardinien rund 100 Bergleute die Blockade ihrer von der Schließung bedrohten Kohlezeche beendet - vorerst. Denn noch ist nicht endgültig über die Zukunft der Mine entschieden.

"Wir haben beschlossen, die Besetzung aufzugeben", sagte ein Bergmann der Kohlemine in Sulcis auf Sardinien. Die Produktion soll an diesem Dienstag wieder anlaufen. Sollten ihre Forderungen aber nicht erfüllt werden, seien sie zu weiteren drastischen Maßnahmen bereit, so der Kumpel weiter. Damit reagierten die Bergleute auf eine vorläufige Bestandsgarantie für das einzige Kohlebergwerk Italiens.

Projekt zur Modernisierung der Mine

Die Arbeiter hatten sich eine Woche lang mit kiloweise Sprengstoff rund 370 Meter tief in dem Bergwerk Carbosulcis verschanzt, um einen Weiterbetrieb zu erzwingen. In der Mine westlich der Stadt Cagliari sind knapp 500 Kumpel beschäftigt. Am Freitag dann hatte die Regierung zugesichert, die Zeche nicht - wie zunächst geplant - zum Jahresende zu schließen. Das Industrieministerium in Rom versprach, einem Projekt zur Modernisierung des unrentablen Bergwerks doch noch eine Chance zu geben. In insgesamt mehr als 130 anderen Konflikten zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften um einen drohenden Arbeitsplatzabbau konnte das Ministerium bereits vermitteln.

Symbol für Probleme von Italiens Industrie

Die Kumpel von Carbosulcis haben ihre Zeche schon in den Jahren 1984, 1993 und 1995 in Protestaktionen besetzt. 1995 hielten sie 100 Tage aus. Die jüngste Blockade wurde zum Symbol für die weitreichenden Probleme der italienischen Industrie und veranlasste selbst Präsident Giorgio Napolitano zu einer Solidaritätsbekundung.

Auf der Kippe steht aber auch das Aluminiumwerk des US-Konzerns Alcoa auf Sardinien. Die Region hat stark mit den Folgen der Rezession zu kämpfen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 15 Prozent.

sti/wa (dpa, rtr)