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Aktuell Asien

Erdstoß nahe nordkoreanischem Atomtestgelände registriert

Noch ist unklar, was die Seismographen genau erfasst haben. Doch es könnte ein neuer Atomtest dahinterstecken. Messungen in China und den USA wiesen ein leichtes Erdbeben in Nordkorea nach. Südkorea ist alarmiert.

Nordkoreanisches Atomtestgelände Punggye-ri (Archivbild: AP Photo/GeoEye)

Nordkoreanisches Atomtestgelände Punggye-ri (Archivbild)

In der Nähe eines nordkoreanischen Atomtestgeländes ist nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Erdstoß der Stärke 5,1 registriert worden. Das Beben löste sofort Spekulationen aus, es könnte sich um einen neuen Atomtest gehandelt haben.

Wie das chinesische Erdbebenzentrum in Peking mitteilte, wurden die Erdstöße vermutlich durch "eine Explosion" ausgelöst. China rechnet mit einer baldigen Erklärung der nordkoreanischen Führung. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, es werde eine "größere Mitteilung" Nordkoreas erwartet, die auch im staatlichen Rundfunk angekündigt worden sei.

Krisensitzung im Süden

Der südkoreanische Außenminister Yun Byung-se habe eine Krisensitzung einberufen, meldet die Nachrichtenagentur Yonhap. Ein Sprecher der japanischen Regierung erklärte, man prüfe, ob es sich möglicherweise um einen Atomtest handelte. Der Sicherheitsrat in Tokio werde hierzu zusammenkommen.

Der Erdstoß wurde rund 50 Kilometer von der Stadt Kilju entfernt lokalisiert und damit ganz in der Nähe der nordkoreanischen Atomanlage Punggye-ri. Dort befindet sich das wichtigste Kernwaffentestgelände des Landes. Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomwaffentests durchgeführt und wiederholt mit weiteren Versuchen gedroht.

Verschärfte Strafmaßnahmen

Der UN-Sicherheitsrat reagierte auf die Tests jeweils mit einer Verschärfung von Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang. Die Vereinten Nationen haben wegen des Atomwaffen- und Raketenprogramms Strafmaßnahmen gegen das international weitgehend isolierte Land verhängt.

jj/ww (dpa, afp, rtr)