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Welt

Erdrutschsieg für Kirchner

Mit mehr als der Hälfte der Stimmen hat Amtsinhaberin Cristina Fernández Kirchner die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen. Von ihren sechs Konkurrenten kam keiner über 20 Prozent.

Argentinische Präsidentin Cristina Fernández Kirchner (Foto: dapd)

Cristina Fernández Kirchner bei der Stimmabgabe in Rio Gallegos

Es ist der höchste Wahlsieg in der Geschichte Argentiniens. Nach dem offiziellen Wahlergebnis entfielen bei der Präsidentenwahl am Sonntag (23.10.2011) knapp 54 Prozent der Stimmen auf die amtierende Staatschefin Cristina Fernández Kirchner.

In der ersten Abstimmungsrunde hätten bereits 45 Prozent der gültigen Stimmen für den Sieg gereicht beziehungsweise 40 Prozent für den Fall, dass der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten mindestens zehn Punkte beträgt.

Bei der 58-jährigen Peronistin Kirchner ist der Abstand sogar mehr als drei Mal so groß. Sie ist die erste weibliche Staatschefin Lateinamerikas, die damit im Amt bestätigt wurde. Auf dem zweiten Rang landete laut Hochrechnungen der Sozialist Hermes Binner mit einem Stimmenanteil von gerade mal etwa 17 Prozent. Platz drei erreichte demnach der Zentrumspolitiker Ricardo Alfonsín mit knapp 13 Prozent.

Zweite Amtszeit

Die alte und neue Staatschefin profitierte nicht zuletzt vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in dem südamerikanischen Land, das von vielen Argentiniern als Verdienst der Regierung betrachtet wird.

Mit Cristina Fernández Kirchner hat es zum dritten Mal ein argentinischer Staatschef geschafft, für zwei aufeinander folgende Amtszeiten an die Macht zu kommen. Zuvor war dies nur Juan Domingo Perón (1945-1955) und Carlos Menem (1989-1999) geglückt.

Jubelnde Kirchner-Anhänger in Buenos Aires (Foto: dapd)

Jubelnde Kirchner-Anhänger in Buenos Aires

Kirchner hatte die Wahl 2007 mit 45 Prozent der Stimmen gewonnen und das Amt von ihrem Ehemann Néstor Kirchner übernommen, der vor knapp einem Jahr starb. Sie ist die erste Frau im höchsten Staatsamt Argentiniens.

Niedrige Beteiligung

Die knapp 29 Millionen Wahlberechtigten waren parallel aufgerufen, die Hälfte der Parlamentsabgeordneten und ein Drittel der Mitglieder des Senats zu wählen, der im politischen System Argentiniens die Interessen der Provinzen vertritt.

Die Wahl verlief nach Angaben von Innenminister Florencio Randazzo ohne Zwischenfälle. Ein Wermutstropfen war die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung. Sie lag nach Angaben der Behörden unter 75 Prozent. Diese Marke war seit dem Ende der Militärdiktatur 1983 noch nie unterschritten worden.

Autor: Thomas Grimmer (dpa, rtr)
Redaktion: Walter Lausch