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Aktuell Europa

Erdogan will Anführer der Taksim-Demonstranten treffen

Zuletzt hatte er die wachsende Protestbewegung in seinem Land übel beschimpft und den Demonstranten gedroht: Jetzt will der islamisch-konservative Premier Erdogan direkt mit ihnen sprechen.

"Die Führer der Demonstranten vom Taksim-Platz haben den Ministerpräsidenten um ein Treffen gebeten und er hat zugestimmt": Sein Vize Bülent Arinc verkündete das avisierte Gespräch der Protestler mit Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am kommenden Mittwoch in Istanbul. Es wäre die erste derartige Begegnung. Die landesweite Welle des Widerstands gegen die autoritären Machtverhältnisse und gegen die Polizeigewalt hatte sich an der brutalen Räumung eines Protestcamps am Randes des Istanbuler Taksim-Platzes entzündet.

Ungeachtet der jüngsten Drohungen Erdogans ist ein Abflauen der Aufmärsche und Kundgebungen nicht absehbar. "So lange er an seiner Rhetorik der Gewalt festhält, wird die Bewegung anhalten", sagte der Vertreter eines der Aktionsbündnisse, Akif Burak Atlar. Der türkischstämmige deutsche Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte, in Erdogans eigenem Lager gebe es immer mehr Unzufriedene.

Übermächtiges Polizeiaufgebot auch in Ankara (foto: afp/gettyimages)

Übermächtiges Polizeiaufgebot auch in Ankara

Der Taksim-Platz, das Zentrum des Protests, blieb am Montag zunächst ruhig. Viele der tausenden Demonstranten vom Wochenende gingen ihren üblichen Betätigungen nach.

In der Hauptstadt Ankara war es die zweite Nacht in Folge zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Insgesamt sind bei den Protesten nach Angaben des türkischen Ärztebunds fast 5000 Menschen verletzt worden. Drei Menschen kamen während der Unruhen ums Leben.

Premier Erdogan hatte am Sonntag bei mehreren Reden vor jeweils tausenden fanatischen Anhängern harsche Worte gegen die Demonstranten gerichtet. In Ankara sagte der seit elf Jahren amtierende Regierungschef, seine Geduld sei endlich. "Wir sind geduldig geblieben, wir sind noch immer geduldig, aber es gibt eine Grenze für unsere Geduld". Der 59-Jährige warnte, die Demonstranten hätten "einen Preis zu zahlen".

SC/nem (afp, rtr)