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Erdogan wettert gegen Ägyptens Führung

24. November 2013

Der türkische Ministerpräsident Erdogan distanziert sich mit scharfer Kritik von der Übergangsregierung in Ägypten. Im diplomatischen Dauerzwist über die Entmachtung der Islamisten in Kairo legte er erneut nach.

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Der türkische Regierungschef Erdogan (Foto: AFP/Getty Images)
Bild: Stringer/AFP/Getty Images

Die türkische Staatsführung werde "niemals" andere Regierungen akzeptieren, die "nach einem Putsch an die Macht gelangt" seien, sagte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan. Zuvor hatte Ägypten den türkischen Botschafter ausgewiesen, als Reaktion auf Erdogans jüngste Äußerungen über den abgesetzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi.

Es ist eine neue Runde im politischen Schlagabtausch zwischen Ankara und Kairo. Ägyptens Übergangsregierung hatte die Ausweisung des türkischen Botschafters Hüseyin Avni Botsali mit den vorausgegangenen "Provokationen" Erdogans begründet. Die Türkei erklärte daraufhin, der Posten des ägyptischen Vertreters in Ankara werde vorerst nicht neu besetzt. Der bisherige ägyptische Botschafter Abderahman Salah El-Din wurde in Abwesenheit zur "unerwünschten Person" erklärt.

Sowohl die Türkei als auch Ägypten hatten ihre Botschafter im August zu Beratungen in ihre Heimatländer zurückgerufen. Der türkische Botschafter reiste im September nach Kairo zurück, der Posten seines ägyptischen Kollegen in Ankara blieb dagegen verwaist.

Islamisten halten zusammen

Erdogans positive Äußerungen über Ex-Präsident Mursi vom Donnerstag seien "provokant" gewesen und hätten wegen der "Einmischung in die inneren Angelegenheiten" des nordafrikanischen Staats unmittelbare Folgen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kairo. Deshalb sei der türkische Botschafter ausgewiesen und zur "unerwünschten Person" erklärt worden.

Der islamisch-konservative Politiker Erdogan hatte dem ägyptischen Ex-Präsidenten Mursi Respekt für sein "Durchhaltevermögen" im Streit mit der Justiz des Landes ausgesprochen. Mursis Sturz durch das Militär Anfang Juli brandmarkte Erdogan als "nicht hinnehmbaren Putsch".

Erdogan entstammt wie der im Juli entmachtete ägyptische Präsident Mursi dem islamistischen Lager. Während Mursis Amtszeit hatten sich die Beziehungen zwischen Kairo und Ankara intensiviert. Die vom ägyptischen Militär betriebene Absetzung Mursis kritisierte Erdogan immer wieder als illegitimen Akt, hinter dem Israel stecke. Zudem prangerte der türkische Regierungschef wiederholt das "Schweigen" der internationalen Gemeinschaft zu den Vorgängen in Kairo an.

Nach der gewaltsamen Räumung von Protestlagern der Muslimbrüder in Kairo im August, bei der Hunderte von Menschen getötet worden waren, war die Kritik aus Ankara noch deutlicher geworden.

qu/wl (afp, ape, rtre)