Erdogan-naher Konzern kauft Zeitung ″Hürriyet″ und CNN Türk | Aktuell Europa | DW | 21.03.2018
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Autokratie am Bosporus

Erdogan-naher Konzern kauft Zeitung "Hürriyet" und CNN Türk

Beobachter sprechen von der größten Konzentration im türkischen Presse und TV-Sektor: Die Demirören-Holding übernimmt laut Insidern das gesamte Mediengeschäft der Dogan-Gruppe. Kritiker fürchten um die Meinungsfreiheit.

Die türkische Demirören-Holding, der Nähe zu Präsident Recep Tayyip Erdogan nachgesagt wird, übernimmt laut Berichten verschiedener Quellen die Zeitung "Hürriyet" und den Fernseh-Nachrichtenkanal CNN Türk. Damit fallen als bisher relativ liberal einschätzte Medien in die Hände eines als regierungstreu geltenden Konzerns. 

Demirören kaufe die Mediensparte des Mischkonzerns Aydan Dogan, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Demirören-Vertreter. Der Deal sollte noch im Laufe des Tages offiziell verkündet werden und verhalf der Dogan-Aktie bereits zu einem Kursgewinn von mehr als 19 Prozent.

Der Demirören-Holding hatte 2011 bereits die Zeitungen "Milliyet" und "Vatan" von Dogan übernommen. Beide Blätter fahren seither einen Kurs pro Erdogan und pro islamisch-konservativer Regierungspartei AKP.

Dauerhafter Druck auf Dogan-Gruppe

Der 80-jährige Dogan-Gründer Aydan Dogan gilt als Teil des säkularen Establishments der Türkei. Erdogan hat dem Konzern wiederholt vorgeworfen, gegen die AKP eingestellt zu sein. Das Unternehmen bestreitet dies. 2009 wurde Dogan Media eine Strafe von umgerechnet 2,5 Milliarden Dollar wegen ungezahlter Steuern aufgebrummt.

Erdogan-Gegner werteten dies als Versuch, kritische Medien unter Druck zu setzen. Dogan musste daraufhin "Milliyet" und "Vatan" verkaufen. Auch die jüngste Medienkonzentration dürfte laut Beobachtern die ohnehin zunehmende Repression gegen kritische Stimmen und die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit verstärken.

SC/se (rtr, ARD)