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Aktuell Europa

Erdogan hält an Gezi-Bauprojekt fest

Trotz der heftigen Proteste vor drei Jahren will der türkische Präsident Erdogan das umstrittene Vorhaben im Istanbuler Gezi-Park vorantreiben. Das Verwaltungsgericht hat er dabei auf seiner Seite.

Wo heute noch Bäume den Istanbuler Bürgern Schatten spenden, könnte bald ein Kasernengebäude nach osmanischem Vorbild stehen - mit integriertem Einkaufszentrum und Moschee. Von diesen umstrittenen Plänen will sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht abbringen lassen. "Wir werden dort dieses historische Gebäude bauen", kündigte der Staatschef am Samstag bei einem Auftritt in der Millionenmetropole an, der auch im Fernsehen übertragen wurde. Es gelte, sich diesem Projekt "mit Mut" zu widmen, sagte er weiter.

Die Pläne für den Bau liegen bereits seit Jahren in der Schublade, konnten aber bislang nicht umgesetzt werden. Die Vorstellung, dass Bäume und Grünflächen in der Nähe des Taksim-Platzes einem Prestige-Objekt des ehemaligen Istanbuler Oberbürgermeisters Erdogan weichen müssen, löste im Mai und Juni 2013 große Proteste in der Metropole am Bosporus aus. Von dort aus schwappte eine Welle der Empörung auch in andere Teile des Landes.

Der Gezi-Park in Istanbul (Foto: DW)

Der Gezi-Park: Hier könnte bald eine Großbaustelle entstehen

Auf den zahlreichen Demonstrationen ging es nicht mehr nur um das umstrittene Bauprojekt im Gezi-Park, sondern auch um die Politik der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und deren Vorsitzenden Erdogan. Mindestens acht Menschen starben bei den Protesten im Sommer vor drei Jahren, der Park ist seitdem ein Symbol der türkischen Bürgerrechtsbewegung.

Gericht gibt grünes Licht

Nach den blutigen Unruhen lagen die Baupläne zunächst auf Eis. Doch im vergangenen Juli hob der türkische Verwaltungsgerichtshof alle vorherigen Gerichtsurteile auf, mit denen das Projekt gestoppt worden war. Nun sollen die Bauarbeiten nach dem Willen Erdogans möglichst bald beginnen. "Wenn wir unsere Geschichte bewahren wollen, müssen wir dieses historische Gebäude wieder aufbauen", so der Präsident. Dafür, dass es dabei nicht zu Protesten wie vor drei Jahren kommen wird, ist bereits gesorgt: Auf dem Taksim-Platz sind inzwischen alle Kundgebungen verboten und werden systematisch von der Polizei aufgelöst.

djo/cgn (afp, dpa)

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