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Aktuell Europa

Erdogan attackiert Israels Regierung

Der verbale Schlagabtausch zwischen der Türkei und Israel eskaliert. Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte, er "verfluche" die Regierung von Ministerpräsident Netanjahu.

Als Begründung für seine scharfe verbale Attacke führte Erdogan die im Gaza-Krieg getöteten Palästinenser an. Erdogan betonte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, er meine mit seiner Kritik nicht das israelische Volk. Angesichts der Toten in Gaza sei es eine "Scheinheiligkeit", dass Regierungschef Benjamin Netanjahu am Trauermarsch in Paris nach den islamistischen Anschlägen dort teilgenommen habe.

Verbale Attacken schon im Vorfeld

Israels Außenminister Avigdor Lieberman hatte Erdogan Mitte der Woche einen "antisemitischen Rüpel" genannt. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte Netanjahu daraufhin mit den islamistischen Attentätern von Paris verglichen. "Genau wie diese Terroristen hat auch Netanjahu Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen", betonte Davutoglu. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind seit Jahren eisig.

Islamistische Demonstranten in Istanbul haben unterdessen bei einer Kundgebung nach dem Freitagsgebet Unterstützung für die Attentäter von Paris zum Ausdruck gebracht. Mehrere Dutzend Teilnehmer hätten eine Trauerfeier für die von der französischen Polizei getöteten Attentäter veranstaltet, melden türkische Medien. Zudem kritisierten sie die neuen Mohammed-Karikaturen der Satirezeitschrift "Charlie Habdo".

Auf einem Transparent der Demonstranten in dem als besonders religiös geltenden Istanbuler Stadtteil Fatih hieß es demnach: "Wenn eure Meinungsfreiheit grenzenlos ist, dann macht euch auf unser Recht zu grenzenlosen Aktionen gefasst."

Auch der türkische Staatspräsident Erdogan kritisierte "Charlie Hebdo" wegen der neuerlichen islamkritischen Karikaturen. Selbst der Papst habe dies verurteilt, sagte er in Anspielung auf Äußerungen von Papst Franziskus über die Grenzen der Meinungsfreiheit. Erdogan warf "Charlie Hebdo" vor, mit den Zeichnungen weiteren Terror anzufachen.

Wenig Freiraum in Moskau

In Russland wurde ein Mann zu acht Tagen Arrest verurteilt, weil er nach dem Anschlag auf das Pariser Magazin "Charlie Hebdo" mit einem Plakat in Moskau Solidarität mit den Opfern gezeigt hatte. Ein Gericht in der russischen Metropole wertete dies als unerlaubte Kundgebung. Das sagte ein Justizsprecher der Agentur Interfax.

Der Slogan "Je suis Charlie" war weltweit als Geste der Anteilnahme verwendet worden. Der Kreml hatte die Morde verurteilt, Außenminister Sergej Lawrow hatte am Solidaritätsmarsch in Paris teilgenommen.

haz/cw (dppa, kna)