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Ankara und Washington im Zwist

Erdogan attackiert die USA

Neue Verbalangriffe aus Ankara - diesmal in Richtung USA: Dieses Land sei "nicht zivilisiert" und - so der türkische Präsident Erdogan weiter - auch "keine Demokratie".

Hintergrund für die jüngsten Äußerungen von Recep Tayyip Erdogan ist die US-Anklage gegen 15 seiner Leibwächter. Sie werden beschuldigt, im Mai bei einem Besuch von Erdogan in der US-Hauptstadt Demonstranten angegriffen zu haben.

Videos belegen die Prügelszenen

Der Vorfall ist auf Videos dokumentiert. "Die USA werden die Wiege der Demokratie genannt. So etwas wie das kann keine Demokratie sein", sagte Erdogan. Er sei auf einem offiziellen Besuch in Washington gewesen. Es könne nicht sein, dass gegen seine Bodyguards in Abwesenheit Haftbefehl erlassen werde.

Der Vorfall und die Anklage haben zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Türkei und den USA beigetragen. Hinzu kommt: Beide Länder haben zuletzt Maßnahmen ergriffen, um die Vergabe von Visa an Bürger des jeweils anderen Landes einzuschränken. Hintergrund ist die Festnahme zweier Türken, die für die USA als konsularische Mitarbeiter tätig waren. Die Behörden in Ankara werfen ihnen vor, Verbindungen zu Beteiligten des gescheiterten Militärputschs im vergangenen Jahr zu haben. Die Regierung in Washington hat dies zurückgewiesen.

Angespannt sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zusätzlich - und dies schon seit vielen Monaten - durch den Konflikt um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen. Die Türkei wirft ihm vor, den gescheiterten Militärputsch im vergangenen Jahr vorbereitet zu haben und fordert seine Auslieferung. Die USA haben darauf bislang nicht reagiert.

haz/wa  (rtr, dpa, afp)