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Kultur

Erdbeben erschüttert Türkei

Bei einem schweren Erdbeben sind am Sonntag im Westen der Türkei mehr als 43 Menschen ums Leben gekommen. Die Erdstöße waren in einem Umkreis von 500 Kilometer zu spüren.

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Suche nach Überlebenden

Viele Häuser stürzten nach Angaben des Innenministeriums ein, mehr als 150 Personen wurden verletzt. Menschen sprangen in Panik aus Fenstern und von Balkonen. Die Regierung setzte einen Krisenstab ein und schickte Rettungsmannschaften in die entlegenen Gebiete.

Unterdessen kamen erste Hilfsangebote aus dem Ausland. Die Regierung in Athen teilte über ihren Botschafter in Ankara mit, dass Griechenland bereit sei zu helfen. Die türkische Regierung ging nach ersten Lageberichten
jedoch nicht davon aus, dass internationale Hilfe nötig sein werde.

Epizentrum nahe Afyon

Das Beben hatten den Behörden zufolge eine Stärke von 6,0 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum befand sich nach Angaben der Erdbebenwarte Kandilli in der Nähe der Stadt Afyon, rund 250 Kilomter südwestlich der Hauptstadt Ankara. Am schwersten wurde offenbar das Dorf Sultandagi getroffen: Allein hier kamen mindesten 15 Einwohner ums Leben. Im Nachbarort Cay starben elf Menschen in den Trümmern ihrer Häuser. Dort wurde ein Gewerbegebiet nahezu vollständig dem Boden gleichgemacht.

Mit Spitzhacken, Pressluftbohrern, aber auch mit bloßen Händen suchten Retter in den Schuttbergen nach Überlebenden. In einem halben Dutzend Ortschaften stürzten nach Angaben der Behörden rund 70 Häuser ein.

Kein Geschäftsbetrieb am Sonntag

Das Erdbeben ereignete sich nach Regierungsangaben um kurz nach neun Uhr morgens Ortszeit. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Abdulkadir Akcan, sagte in einer ersten Bilanz, die Folgen des Bebens hätten noch verheerender sein können: "Weil heute Sonntag ist und viele Geschäfte geschlossen sind, wurde eine riesige Katastrophe verhindert."

Ministerpräsident Bülent Ecevit rief die Einwohner vor seiner Abreise in das Erdbebengebiet auf, sich von beschädigten Häusern fern zu halten. Nach Ankunft in der Krisenregion verschaffte er sich einen Überblick über die Schäden.

Die Regierung schickte 1.000 Zelte und 3.000 Decken in die betroffene Region. Soldaten begannen in Bolvadin, ein Lager für die aus ihren Häusern geflohenen Bewohner zu errichten.

Ständige Erdbebengefahr

Die Erschütterungen der Erdstöße waren im Umkreis von 500 Kilometern zu spüren. Der größte Teil der Türkei liegt geologisch im Gebiet des nordanatolischen Grabens und wird häufig von Beben heimgesucht. In den vergangenen 100 Jahren starben bei 56 Erdbeben nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu fast 80.000 Menschen. Bei der letzten großen Erdbebenkatastrophe 1999 kamen im Nordwesten des Landes etwa 18.000 Menschen ums Leben. (mik)

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  • Datum 04.02.2002
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