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Aktuell Asien

Erdbeben erschüttert Afghanistan und Pakistan

Erst Ende Oktober waren bei einem Erdbeben in Afghanistan und Pakistan rund 400 Menschen ums Leben gekommen. Jetzt bebte in der Region erneut die Erde.

Verletzter wird nach Erdbeben in Krankenhaus in Peshawar, Pakistan gebracht (Foto: dpa)

Ein Verletzter wird in das Krankenhaus von Peshawar gebracht

Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht zum Samstag den Norden Afghanistans und Pakistans erschüttert. Nach Angaben des Erdbebeninformations-Programms des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam erreichten die Erdstöße eine Stärke von 6,3. Nach ersten Berichten wurden in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad fünf Menschen verletzt ins Krankenhaus gebracht und in der südpakistanischen Stadt Peshawar mehr als 40.

Angst vor Nachbeben

Bewohner der afghanischen Hauptstadt Kabul berichteten, die Erde habe sich fast eine Minute lang bewegt. Tausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen und kehrten aus Angst vor Nachbeben trotz bitterer Kälte nicht in ihre Häuser zurück. Die Erschütterungen waren auch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sowie in der mehrere hundert Kilometer entfernten indischen Kapitale Neu Delhi zu spüren.

Das Epizentrum lag nach Informationen der US-Erdbebenwarte USGS 82 Kilometer südöstlich von Faisabad, der Hauptstadt der Provinz Badachschan, in den afghanischen Bergen in einer Tiefe von 203 Kilometern. Die Gegend ist schwer zugänglich und Informationen von dort dringen nur spärlich an die Öffentlichkeit. Ein UN-Mitarbeiter in Faisabad sagte: "Derzeit haben wir noch keine Berichte von Todesfällen, aber es ist dunkel draußen, und wir wissen nicht, wie es in den Bergen aussieht."

Todesopfer zu befürchten

Nach Auffassung von Korrespondenten ist zu befürchten, dass es Todesopfer gegeben hat. Das Beben habe die Region im Winter getroffen, wenn Wände und Dächer von ärmlichen, aus Lehmziegeln konstruierten Behausungen schwer und nass seien, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Erdstöße ließen solche Häuser leicht in sich zusammenstürzen. Sie lösten auch häufig tödliche Schlammlawinen aus.

Erst vor zwei Monaten waren bei einem Beben der Stärke 7,5 in Pakistan und Afghanistan etwa 400 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Ländern wurden durch die Erdstöße mehr als 18.000 Gebäude zerstört oder beschädigt. In diesem Teil Asiens wird die Erde immer wieder stark erschüttert. In der Großregion schiebt sich die Indische Platte unter die eurasische, was massive Eruptionen auslösen kann. Erst vor einem halben Jahr starben beim bislang schwersten Erdbeben in Nepal 9000 Menschen, 900.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört.

wl/se (dpa, afp, rtr)