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Wirtschaft

Erdöl-Fördermengen bleiben begrenzt

Die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) hat sich geeinigt, die bestehende Reduktion der Fördermengen zu verlängern. Weltweit herrscht ein Überangebot an Rohöl, das zu einem Preisverfall geführt hat.

Die Mitglieder der OPEC haben sich auf eine Verlängerung der Förderkürzungen für neun Monate verständigt. Das teilten Delegierte am Rande der Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder in Wien mit. Voraussichtlich werden auch andere Ölförderstaaten wie Russland bis März 2018 täglich 1,8 Millionen Fässer (je 159 Liter) weniger Öl pumpen als im vergangenen Jahr. Das entspricht zwei Prozent der weltweiten Produktion.

Die OPEC und ihre Partner hatten sich Ende November auf eine sechsmonatige Förderbremse ab Januar geeinigt und damit die Preise wieder über 50 Dollar je Fass getrieben. Anfang 2016 war der Preis für ein Fass Öl erstmals seit 2003 unter 30 Dollar gefallen. Noch im Sommer 2014 hatte er bei 115 Dollar gelegen.

Dieser Preisabsturz hatte den Förder-Ländern Haushaltslöcher eingebrockt, die sie auf Dauer nicht tragen wollten. Eine Folge der Stabilisierung der Preise bei nunmehr rund 50 Dollar ist allerdings die wieder höhere Attraktivität der ursprünglich kostspieligeren US-Schieferölproduktion, geannt Fracking.

Enttäuschte Anleger

An den Märkten reagierten Anleger jedoch enttäuscht, da einige mit einer einjährigen Verlängerung gerechnet hatten. Somit gaben die Preise nach, behaupteten sich aber über der psychologisch wichtigen 50-Dollar-Marke.

Im Vorfeld hatten sich das führende OPEC-Land Saudi-Arabien und Russland als wichtigstes Öl-Land außerhalb des Förderkartells bereits auf eine neunmonatige Verlängerung verständigt. Doch war an den Märkten spekuliert worden, die Verlängerung könnte großzügiger ausfallen. "Es ist eine Enttäuschung, dass sich die OPEC nicht zu mehr durchringen konnte, um die Preise zu stabilisieren", sagte Olivier Jakob, Analyst bei der Schweizer Beratungsfirma Petromatrix.

Eine Verlängerung von neun Monaten sei in den Preisen schon berücksichtigt. "Das zeigt, dass die OPEC nicht viel mehr machen kann." Einige Anleger hatten darauf gesetzt, dass das Kartell die Förderbremse für ein Jahr verlängert. Zudem wurde spekuliert, dass die Kürzung deutlicher ausfallen könnte.

Die USA tanzen aus der Reihe

Nach Angaben aus Saudi-Arabien werden Libyen und Nigeria sich an der Förderbremse nicht beteiligen, da in beiden Ländern wegen der andauernden Unruhen ohnehin weniger Öl gefördert wird. Zudem wollen die Saudis ihre Exporte ab Juni senken und somit ebenfalls zu einem Angebotsrückgang auf dem Weltmarkt beitragen. Der saudiarabische Ölminister Chalid al-Falih sagte vor dem Treffen, am Volumen würde sich voraussichtlich nichts ändern.

Die US-Firmen haben inzwischen technische Fortschritte gemacht und können daher günstiger Öl mit Fracking fördern. Seit Mitte 2016 ist die US-Ölförderung um mehr als zehn Prozent gestiegen auf über 9,3 Millionen Fässer täglich. Damit sind die USA als Ölförderer auf Augenhöhe mit Saudi-Arabien und Russland.

Der US-Ölboom in diesem Jahrzehnt gilt als Hauptgrund für das Überangebot. Denn mit rund drei Milliarden Fässern Öl liegt die Produktion derzeit über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der nun wieder angestrebt wird. Die USA gehören wie auch Russland der OPEC nicht an.

Ein neues Mitglied

Der Kreis der afrikanischen Staaten bei der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) wächst. Äquatorialguinea wurde beim OPEC-Treffen am Donnerstag in Wien als 14. Mitglied in das Ölkartell aufgenommen. Das arme zentralafrikanische Land mit nur 850.000 Einwohnern ist neben Algerien, Gabun, Angola, Libyen und Nigeria das sechste Land des Kontinents in der Organisation. Es ist mit rund 300.000 Barrel Öl pro Tag das zweitkleinste Förderland in der OPEC.

Dort regiert mit dem 74-jährigen Teodoro Obiang Nguema Mbasogo der dienstälteste Staatschef Afrikas. Er führt Äquatorialguinea seit 1979 mit eiserner Hand. Das kleine Land am Golf von Guinea ist reich an Öl und Erdgas. Laut Menschenrechtlern wird mit den Einnahmen aber vor allem der luxuriöse Lebensstil einer kleinen Elite um den Präsidenten finanziert.

dk/qu (dpa/rtr)