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Aktuell Europa

Erbitterte Kämpfe in der Ukraine

Wenige Stunden vor neuen Friedensverhandlungen sprechen in der Ostukraine wieder die Waffen. Mehrere Todesopfer werden gemeldet. Russland dementiert erneut, mit Soldaten an den Kämpfen beteiligt zu sein.

Trotz internationaler Friedensbemühungen sind bei wieder aufgeflammten Gefechten in der Ostukraine mehrere Zivilisten getötet worden. Es habe innerhalb von 24 Stunden fünf Tote gegeben, teilte die Stadtverwaltung der Separatistenhochburg Donezk mit. Etwa 30 Menschen seien durch Artilleriebeschuss verletzt worden.

Ein Sprecher der Aufständischen warf Regierungseinheiten vor, Stellungen der Separatisten verstärkt unter Feuer zu nehmen. Dies wies ein Armeesprecher zurück. Das Militär reagiere nur auf Beschuss durch die Gegenseite, hieß es.

Taktisches Schweigen

Armeesprecher Leonid Matjuchin sprach von erbitterten Kämpfen rund um den geschlossenen

Flughafen von Donezk

. Die prowestliche Führung in Kiew werde aber aus taktischen Gründen keine Einzelheiten über den dortigen Frontverlauf mehr bekanntgeben.

Am diesem Mittwochabend will Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin wieder mit seinen Kollegen aus Russland, der Ukraine und Frankreich über Lösungsansätze für die Krise sprechen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies erneut

Vorwürfe aus Kiew

zurück, Soldaten seines Landes seien in der Ostukraine im Einsatz. Russlands Priorität sei es, einen direkten Dialog der Führung in Kiew mit den selbsternannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk zu erreichen.

"Kampf um Europas Freiheit"

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Europa unterdes zu mehr Unterstützung aufgerufen. Die "Frontlinie im Kampf um Europas Freiheit" befinde sich in der Ukraine, sagte Poroschenko, der an diesem Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos sprechen soll. Er gehe nach Geheimdiensterkenntnissen von 8000 bis 9000 russischen Soldaten aus, die sich in der Ostukraine aufhielten.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sicherte der Ukraine die dauerhafte Solidarität der Union zu. So werde die EU die Annexion der Krim durch Russland niemals anerkennen. "Unsere Politik der Nichtanerkennung ist von Dauer" fügte Mogherini bei ihrer Rede in Washington hinzu.

100.000 Reservisten

Wegen der anhaltenden Gefechte im Krisengebiet Donbass hatte die ukrainische Regierung am Dienstag mit der Teilmobilmachung von insgesamt mehr als 100.000 Reservisten im laufenden Jahr begonnen. Bei den Gefechten wurden seit April 2014 mehr als 4800 Menschen getötet.

jj/se (dpa, afp)