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Wissen & Umwelt

Erbgut des Pferdes entschlüsselt

Pferde laufen durch den Schnee (Foto: AP)

Genomforscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, HZI, in Braunschweig haben in Zusammenarbeit mit amerikanischen Forschern die Genstruktur des Pferdes entschlüsselt.

"Zurzeit ist technisch noch keiner in der Lage, ein gesamtes Genom in einem Stück zu sequenzieren. Deshalb arbeiten wir mit willkürlich zerschnittenen größeren DNA-Stücken", sagt Helmut Blöcker, Leiter des Forschungsprojekts. Diese DNA- Stücke der Pferde wurden anschließend so gut wie möglich wieder zu einem Genom zusammengepuzzelt.

Allerdings analysierten die Forscher nur die Enden der DNA- Bruchstücke, da sie vor allem wissen wollten, welche davon zusammenpassten. "Man kann sich das ähnlich wie mit zwei Reihen von Ziegelsteinen vorstellen. Nur wenn sie in bestimmter Weise aneinander gelegt werden, passen sie auch lückenlos zusammen", erzählt Blöcker, "so verhält es sich auch mit unseren DNA-Fragmenten."

Wiehernde Verwandte

Dabei machten die Forscher eine erstaunliche Entdeckung. Das Genom des Pferdes ist dem des Menschen offensichtlich ähnlicher als vermutet. Helmut Blöcker meint dazu: "Vergleicht man das Pferdegenom mit dem des Menschen direkt von Chromosom zu Chromosom, so gibt es in etwa der Hälfte der Fälle sehr starke Übereinstimmung. Beim Vergleich Mensch zu Hund liegt dieser Wert nur bei etwa 30 Prozent."

Und auch wenn es nur schwer vorstellbar ist, das bedeutet: Wir sind enger verwandt mit dem Huftier Pferd, als mit dem Raubtier Hund.

Die Forscher erwarten von diesem Ergebnis unter anderem, dass Pferdekrankheiten besser untersucht werden können. Und da nun bekannt ist, dass unser Erbgut dem des Pferdes so ähnlich ist, könnten auch wir Menschen davon profitieren, hoffen die Forscher. So könnten die Erkenntnisse der Studie weltweit als Grundlage für die Behandlung von Infektionen dienen - sowohl am Pferd, als auch am Menschen.

Autorin: Chantal Nestler (idw/AP)

Redaktion: Judith Hartl