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Kunst

Erben erhalten Raubkunst aus Gurlitt-Fund

Zwei Raubkunst-Bilder aus der Gurlitt-Sammlung können jetzt den Erben der früheren jüdischen Eigentümer zurückgegeben werden. Einer der Erben ist David Toren. Der blinde Anwalt aus den USA hatte lange dafür gekämpft.

Mehr als drei Wochen dauerte die letzte juristische Zitterpartie, jetzt können die beiden wertvollen Gemälde "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann und das Portrait "Sitzende Frau" von Henri Matisse den Erben der jüdischen Vorbesitzer offiziell übergeben werden. Damit findet ein monatelanger juristischer Vorgang ein positives Ende.

Sitzende Frau von Henri Matisse aus der Gurlitt-Sammlung (Foto: Marc Müller/dpa)

Als Raubkunst identifiziert: die "'Sitzende Frau" von Henri Matisse

Nachlasspfleger Stephan Brock hatte bereits im März die Herausgabe der beiden Raubkunstgemälde, die 2013 in der Kunstsammung des Kunsthändler-Sohns Cornelius Gurlitt entdeckt wurden, an die Erben der früheren jüdischen Eigentümer beantragt. "Wenn ich die Genehmigung des Amtsgerichts habe, geht es ganz schnell", sagte er damals (26.03.2015) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die läge jetzt schriftlich vor. Die zuständige Rechtspflegerin für den Fall Gurlitt hat den Vorgang genehmigt, teilte das Amtsgericht München am Dienstag (12.05.2015) mit.

Zwei Reiter am Strand aus dem Schwabinger Kunstfund (vermutlich bis 1939 Sammlung David Friedmann, Breslau)

Sehnlichst erwartet: Raubkunstbild "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann

In den USA wartet der frühere New Yorker Anwalt

David Toren

(Artikelbild) seit vielen Jahren darauf, das Bild aus seinem Familienbesitz wieder in die Hand zu bekommen. Es gehörte einst seinem Großonkel David Friedmann, der 1942 von den Nazis ermordet wurde. Auch seine Eltern verlor Toren im Holocaust, er selbst konnte als Jugendlicher nach Schweden fliehen und später in die USA emigrieren. Inzwischen ist der 89-Jährige blind. Bei sich zu Hause hat er ein Holzrelief des verloren geglaubten Gemäldes.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte die entsprechenden Verträge für die Übergabe bereits vor Wochen unterschrieben. Alles wartete auf die endgültige Entscheidung der Rechtspfleger. Laut einer

Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Kunstmuseum Bern

als Erben der

kompletten Gurlitt-Sammlung

fällt die juristische Verantwortung für alle Bilder, die zweifelsfrei unter Raubkunstverdacht stehen, in die Zuständigkeit des Bundes.

hm/ld (dpa)

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