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Wirtschaft

Eon meldet Rekordverlust

Der Energieriese Eon hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust eines börsennotierten Versorgers in der Geschichte der Bundesrepublik geschrieben. Der Fehlbetrag beläuft sich auf 3,2 Milliarden Euro.

Der vor der Aufspaltung stehende Energieriese gab als Gründe hohe Abschreibungen auf seine Kraftwerke, die gefallenen Strom-Großhandelspreise und Wechselkurseffekte an. Niemand könne sicher sagen, wie lange es noch erhebliche Belastungen durch Ausschläge bei einzelnen Wechselkursen, sinkenden Ölpreisen und Niedrigzinsen in Europa geben werde, schrieb Vorstandschef Johannes Teyssen an die Aktionäre.

Eon treibe seinen Umbau trotzdem voran, hieß es weiter. Der Versorger will sich 2016 aufspalten in ein Unternehmen mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken und einen Ökostromkonzern. Im zweiten Quartal will Teyssen erste Details zu den neuen Gesellschaften nennen.

Im operativen Geschäft fiel der Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2014 um neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Insgesamt schrieb E.ON 5,4 Milliarden Euro ab. Dies betreffe vor allem das Kraftwerksgeschäft in Großbritannien, Schweden und Italien.

Umbaupläne

Mit den jetzigen Wertberichtigungen eröffnet sich der Konzern allerdings auch die Chance, reinen Tisch zu machen und 2015 besser dazustehen, bevor der Versorger aufgespalten wird. Das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken soll mehrheitlich an die eigenen Aktionäre verschenkt werden. Die übrigen Anteile will Eon in kleineren Schritten über die Börse verkaufen.

Den bisherigen Negativrekord beim Nettoergebnis hatte 2013 der Konkurrent RWE mit einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro gehalten. RWE hatte die Abschreibungen auf seine Kraftwerke bereits damals vorgenommen und war trotz operativer Einbußen 2014 unter dem Strich wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Den Energieriesen machen wie der gesamten Branche die gefallenen Strom-Großhandelpreise zu schaffen. Diese sind wegen des Ökostromausbaus und der Überkapazitäten an Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gepurzelt.

wen/cr (afpd, dpa, rtrd)