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Europa und Afrika

Entwicklungsminister: Nur Klimaschutz kann Flucht aus Afrika stoppen

Der Entwicklungsminister hält ein düsteres Szenario bereit: Sollte die Begrenzung der Erderwärmung scheitern, würden 100 Millionen Afrikaner nach Europa kommen. Müller bietet auch Lösungsansätze - werden sie ausreichen?

Aufnahmelager für Flüchtlinge in der spanischen Exklave Melilla an der Grenze zu Marokko (Foto: Reuters)

Aufnahmelager für Flüchtlinge in der spanischen Exklave Melilla an der Grenze zu Marokko

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt vor einer gigantischen Fluchtbewegung aus Afrika. "Wenn wir es nicht schaffen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, werden in Zukunft bis zu 100 Millionen Menschen Richtung Norden wandern", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Vor allem in Afrika entscheide sich die Zukunft der Welt, so Müller. Jede Woche nehme die Bevölkerung dort um eine Million zu. Diesen Menschen müsse dringend eine wirtschaftliche Perspektive in ihren Heimatländern gegeben werden. "Wenn wir weitermachen wie bisher, haben die Menschen in vielen Teilen Afrikas gar keine andere Chance, als sich zu uns auf den Weg zu machen."

Bundesentwicklungsminister Müller beim Besuch einer Produktionsanlage für Fruchtsaft im Februar in Kenias Hauptstadt Nairobi (Foto: picture-alliance/dpa/B. Otieno)

Bundesminister Müller beim Besuch einer Produktionsanlage für Fruchtsaft im Februar in Kenias Hauptstadt Nairobi

Müller warb erneut für einen "Marshallplan", ein groß angelegtes Investitionsprogramm für Afrika. Auch internationale Konzerne müssten zu fairen Geschäftspraktiken übergehen, so der Minister: "Wenn hier ein Apple-Handy für 800 Euro verkauft wird, muss sichergestellt sein, dass in den Coltan-Minen im Kongo anständige Löhne gezahlt werden und Umweltstandards gelten."

Die Lage in Afrika wird am 7. und 8. Juli in Hamburg auch erstmals ein Schwerpunktthema beim G20-Gipfel sein. Die Bundesregierung hatte vergangenen Montag beim Gipfeltreffen afrikanischer Staats- und Regierungschefs in Berlin 300 Millionen Euro zugesagt. Damit soll reformorientierten Staaten in Afrika geholfen werden, private Investoren anzulocken. Die Hilfszusage soll auch die anderen G20-Staaten zu einem stärkeren Engagement auf dem von Konflikten, Flucht und Armut gebeutelten Kontinent bewegen.

sti/haz (dpa, kna)