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Entwicklungshilfe

Entwicklungsminister Müller besucht äthiopische Somali-Region

Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller ist in den dürregeplagten Osten Äthiopiens gereist - wo sich die Hungerkrise verschlimmern dürfte. Zuvor hatte Müller eine Aufstockung der Hilfe angekündigt.    

Entwicklungsminister Müller mit Flüchtlingen in der Somali-Region (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Entwicklungsminister Müller mit Flüchtlingen in der Somali-Region

UN-Hilfswerke rechnen mit einer Verschärfung der Dürre-Krise in Äthiopien. Die im Normalfall Mitte April beginnende kurze Regenzeit werde wohl ausbleiben oder sehr schwach werden, sagte der Leiter der UN-Nothilfekoordination in Äthiopien, Paul Handley, bei einem Besuch von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in der Somali-Region. Und selbst wenn der Regen käme, reichte die Zeit nicht, dass sich die betroffenen Regionen von der Dürre erholen und die Viehzucht wieder aufgenommen werden könnten, so Handley weiter. Viele Menschen in der Somali-Region hätten einen Großteil der Herde verloren.

Nach Aussagen Handleys wird vermutlich bis 2018 eine Notversorgung erforderlich sein. Äthiopiens Regierung habe einen Notfallplan, und die UN unterstützten die Versorgung. Die Hilfen müssten jedoch ausgeweitet werden. Bereits jetzt seien in der Somali-Region von den rund 5,4 Millionen Einwohnern etwa 3 Millionen auf Nahrungsmittelversorgung angewiesen.

Maissäcke in der dürregeplagten Region

Maissäcke in der dürregeplagten Region

Minister Müller hatte zuvor eine deutliche Steigerung der Unterstützung angekündigt. "Wir werden die Dürre-Hilfen für die betroffenen Länder am Horn von Afrika in diesem Jahr um 100 Millionen auf 300 Millionen Euro aufstocken", erklärte er. "Es ist eine Schande, wie die Weltgemeinschaft mit ansieht, wie hier gestorben und gelitten wird."

Müller sagte, bislang sei erst ein Viertel des Geldes aufgebracht worden, das nach UN-Berechnung für die Finanzierung der laufenden Programme benötigt werde. Deutschland werde einen internationalen Aufruf starten, um die Überlebenshilfe für Millionen von Menschen zu sichern. Für Äthiopien liege der akute Bedarf schon jetzt bei einer Milliarde US-Dollar (930 Millionen Euro). Dabei werde der Höhepunkt der Krise erst im Mai erwartet, so Müller.

Der Präsident der Somali-Region, Abdi Mohamoud Omar, nannte die Wasserversorgung als Kernproblem. Gemeinsam besuchten Müller und Omar Projekte von UNICEF und Welternährungsprogramm WFP, darunter mobile Gesundheitsstationen, ein temporäres Lager für Nomaden und Bohrstellen, an denen Grundwasser in bis zu 800 Metern Tiefe angezapft wird. Der UNICEF-Experte für die Wasserprogramme, Samuel Godfrey, erklärte, dass etwa 9,2 Millionen Menschen in der Region ohne direkten Wasserzugang seien. Eine Tiefenbohrung gebe ihnen Unabhängigkeit vom Regen, sei aber sehr teuer.

In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Außer Äthiopien sind auch der Südsudan, Uganda, Kenia und Somalia betroffen. Im Südsudan verschlimmert der Bürgerkrieg die Lage. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in der Region mehr als 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind; sie rechnen mit einem akuten Finanzbedarf von vier Milliarden US-Dollar (3,75 Milliarden Euro). Von Äthiopien aus reist Müller für politische Gespräche und Projektbesuche weiter nach Indien und Pakistan. 

stu/wa (kna, dpa)

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