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Kultur

Entwarnung in Kalifornien

Über eine Woche lang kämpfte die Feuerwehr gegen die Brände in Kalifornien. Regen und Schnee stoppten die Brände. Die Bilanz: 3300 Häuser wurden vernichtet

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Trauriges Halloween für viele Kalifornier: Nur die Asche blieb

Die schlimmsten Brände in der Geschichte Kaliforniens sind am Wochenende weitgehend unter Kontrolle gebracht worden. Die Feuer ebbten nach Medienberichten vom Sonntag (2.11) weiter ab. Selbst die großen Brände nahe San Diego konnten so weit eingedämmt werden, dass damit gerechnet wurde, sie bis Montag ganz zu löschen.

Feuer in Kalifornien

Mit gezielt gelegtem Feuer versucht die Feuerwehr die Brände einzudämmen

Für viele Kalifornier gab es aber weiterhin keinen Grund zum Aufatmen. Über 50000 Menschen verbrachten das Wochenende erneut in Notunterkünften, oder hatten bei Freunden und Angehörigen Zuflucht gesucht. Über 3300 Häuser wurden nach Medienschätzungen zerstört. Viele, die am Samstag erstmals in ihre Heimatorte zurückkehrten, fanden nur noch rauchende Ruinen vor. Rund 220.000 Hektar, eine Fläche fast so groß wie Luxemburg, wurde vom Feuer in verkohlte Landschaft verwandelt. Die Feuerwalze reichte von Los Angeles bis über die Grenze nach Mexiko.

Vorwürfe gegen George W. Bush

Unterdessen übten Abgeordnete in Kalifornien Kritik an der Regierung von Präsident George W. Bush, weil sie angeforderte Gelder zum Schutz der Wälder verweigert hatte. Kongressabgeordnete in Kalifornien werfen ihm demnach vor, dass seine Regierung nach monatelangen Beratungen ein Hilfsersuchen des noch amtierenden Gouverneurs Gray Davis zum Schutz der Wälder abgelehnt hatte. Davis hatte 430 Millionen Dollar (371 Millionen Euro) beantragt, um die durch Feuer gefährdeten Gebiete in Südkalifornien von kranken und vertrockneten Bäumen und Büschen zu befreien. Der Antrag wurde schließlich am 24. Oktober abgelehnt – nur Stunden bevor die Brände in Kalifornien außer Kontrolle gerieten, berichtete die "Los Angeles Times".

Kalifornien im Ausnahmezustand

Buschfeuer in Kalifornien

Die Region um San Bernadino ist mit am schwersten betroffen

Die Behörden sprechen von einer Jahrhundertkatastrophe. Der amtierende Gouverneur Gray Davis rechnete damit, dass die Schäden und der Feuerwehreinsatzes Kosten in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar verursachen werden. Das wäre der teuerste Brand, der in Kalifornien seit mehr als einem Jahrzehnt gewütet hat.

Kampf gegen Wind und Feuer

Mehr als 14.000 Feuerwehrleute kämpften gegen das Inferno. Ein Problem: Das Feuer war so intensiv, dass es sein eigenes Wettersystem aus heißen, drehenden Winden geschaffen hatte. Diese Winde drückten die Flammen immer wieder willkürlich von den Bergen nach unten.

Waldbrand in Kalifornien

Feuerwehrleute umhüllt von Rauch

"Solch intensive Feuer und so viele betroffene Bewohner haben wir noch nie gehabt", sagte Andrea Tuttle vom Forstamt Kalifornien. Bei solch starken Winden, die die Brände anfachten, stießen die Feuerwehrmänner an ihre Grenzen.

Einige Feuer mutwillig gelegt?

Noch während der Brände gab die Polizei in San Bernardino die Beschreibung eines Mannes heraus, der wegen Brandstiftung gesucht wird. Wer Hinweise zur Festnahme geben kann, wird mit 60.000 Dollar belohnt. Augenzeugen sollen von zwei jungen Männern berichtet haben, die im trockenem Unterholz brennende Gegenstände auslegten. Vier Menschen kamen ins San Bernardino ums Leben. "Wir betrachten diese vier Todesfälle als Mord", sagte ein Sprecher der Polizei. Mindestens zwei der Feuer in Südkalifornien werden auf Brandstiftung zurückgeführt. (dk/iw)