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Reise

Entspannen in Eichstätt

Eichstätt im Altmühltal hat sein barockes Aussehen bis in die moderne Zeit bewahrt. Überall findet man Paläste, Kirchen, Klöster und schöne Plätze. Und über dem verwinkelten Stadtzentrum thront die Willibaldsburg.

Kinder paddeln mit Booten auf der Altmühl unterhalb der Willibaldsburg im oberbayerischen Eichstätt. Foto: Armin Weigel dpa/lby

Thront oberhalb der Altmühl: Die Willibaldsburg

Die siegesgewohnten Legionäre des römischen Imperiums kamen zu Eroberungszwecken viel in der Welt herum. Einer der germanischen Orte, wo die Römer mit ihrem Latein erst einmal am Ende waren, und sie selbst im Schlamm stecken blieben, lag im Grenzgebiet von Franken, Schwaben und Oberbayern - ungefähr dort, wo heute die kleine Stadt Eichstätt liegt. Bis zum Fluss Altmühl kamen die römischen Soldaten, dann traten sie den Rückzug an.

Mönche und Missionare

Eine Passantin geht am Dom im bayerischen Eichstätt vorbei. Foto: Armin Weigel dpa/lby

Der Dom von Eichstätt

Die örtlichen Germanen konnten sich nun erst einmal zurücklehnen - doch nur knapp 500 Jahre lang. Im 8. Jahrhundert tauchten nämlich andere fromme Männer an der Altmühl auf. Sie waren nicht mehr mit dem Schwert, sondern mit dem christlichen Kreuz ausgerüstet. Der ebenso dickköpfige wie heilige Missionar Bonifatius nahm sich höchst selbst der örtlichen "Heiden" an und schickte Mitte des 8. Jahrhunderts einen seiner besten Leute, Bischof Willibald, um die potenziellen und gleichermaßen widerspenstigen Schäfchen vom Christentum zu überzeugen. Bischof Willibald gründete in Eichstätt ein Kloster und baute einen Dom.

Italienischer Barock im Altmühltal

Wer heute nach Eichstätt kommt, fühlt sich auf den ersten Blick 300 Jahre zurück versetzt: Enge Gassen, verwinkelte Ecken und ein imposanter Dom inmitten eines beinahe kitschig anmutenden Stadtzentrums. Über den Dächern der Stadt thront die Willibaldsburg und flößt dem Reisenden noch heute Respekt ein.

Eichstätt kommt dem Fremden reichlich italienisch vor und das hat auch seinen Grund: Die Architekten Angelini, Gabrieli und Pedetti wirkten im 18. Jahrhundert in Eichstätt und konnten sich hier nach Herzenslust austoben. Dabei ist üppigste Barockarchitektur herausgekommen, die das Stadtbild bis heute nachhaltig prägt.

Verzauberte Zeitlosigkeit





Blick aus der Vogelperspektive auf die Willibaldsburg im bayerischen Eichstätt (c) dpa - Report

Blick auf die Willibaldsburg

So verwundert es nicht, dass sogar der als sachlich bekannte Theodor Heuss, späterer deutscher Bundespräsident, von Eichstätt schwärmte: "Die gestreckte Häusergruppe am Residenzplatz gehört wohl zum Reizvollsten an Städtebildern, dem man in Deutschland begegnen kann. Ein paar Schreibmaschinen hämmern ihren dünnen Rhythmus in die menschenleere Straße. Sie vermögen das Gefühl verzauberter Zeitlosigkeit nicht zu stören."

Zeitlos verzaubert ist die Stadt geblieben, menschenleer keineswegs, und würden heute noch Schreibmaschinen benutzt, so klapperten sie sicher lauter denn je. Denn obwohl nur knapp 14.000 Menschen in Eichstätt leben, kann sich die alte Bischofsresidenz an der Altmühl stolz Universitätsstadt nennen. Die 4000 Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ergänzen das etwas behäbige Barockgesicht der alten Stadt durch einen unerwartet zeitgemäßen akademischen Zug. (Study in Germany)

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