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Aktuell Nahost

Entsetzen nach Blutbad in Hula

Weltweit stößt das Massaker an 92 Menschen im syrischen Hula auf Empörung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Syrien-Beauftragter Kofi Annan sprechen von einer "Verletzung des Völkerrechts".

Massaker in Hula (Foto: rtr)

Massaker in Hula

In einer gemeinsamen Erklärung haben UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der internationale Syrien-Beauftragte Kofi Annan auf das Blutbad im syrischen Hula reagiert. Beide verurteilten "aufs Schärfste den von den Beobachtern der UNO bestätigten Tod dutzender Männer, Frauen und Kinder", sagte UN-Sprecher Martin Nesirky in New York.

Der Angriff der syrischen Armee auf die Stadt Hula sei "eine krasse Verletzung des Völkerrechts und der von der syrischen Regierung gegebenen Zusage, auf den Einsatz schwerer Waffen in Städten und auf sämtliche Gewalt zu verzichten", so Ban und Annan weiter. "Die Verantwortlichen für diese Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

92 Menschen getötet

Video ansehen 01:33

Syriens Opposition berichtet von Massaker

Die UN-Beobachtermission in Syrien war zuvor nach Hula gereist, um die Berichte von syrischen Oppositionellen über die Bluttat zu untersuchen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass bei dem Beschuss der Stadt mit Kanonen und Raketenwerfern am Samstag mindestens 92 Menschen getötet wurden, darunter 32 Kinder unter zehn Jahren.

Der Chef der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, sprach vor der Presse in Damaskus von einer "brutalen Tragödie". Das staatliche syrische Fernsehen behauptete dagegen, die Menschen seien von "terroristischen Banden" massakriert worden.

Reaktionen gefordert

International rief die Tat Entsetzten hervor. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die syrische Regierung auf, den Friedensplan von Kofi Annan umzusetzen: "Es ist schockierend und empörend, dass das syrische Regime seine brutale Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstellt." Großbritannien forderte eine "harte internationale Reaktion". US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte an, den Druck auf das Regime in Damaskus zu erhöhen: "Die Herrschaft durch Mord und Angst muss beendet werden."

Nabil al-Arabi, der Generalsekretär der Arabischen Liga, sprach von einem "grauenhaften Verbrechen". Der oppositionelle Syrische Nationalrat forderte die Einberufung des UN-Sicherheitsrates. Die Freie Syrische Armee (FSA) erklärte, wenn die UN die Gewalt nicht stoppten, fühle sie sich nicht mehr an die Waffenruhe gebunden, die laut dem Plan von Kofi Annan offiziell in Syrien gilt. Annan wird am Montag zu Gesprächen in der syrischen Hauptstadt Damaskus erwartet.

det/ml (afp, dpa)

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