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Deutschland

Entsetzen über tödliche Bus-Tragödie

Die Trauer ist groß: Beim schlimmsten Busunglück seit Jahresbeginn in Deutschland sind mindestens 13 Polen ums Leben gekommen. Ihr Reisebus raste auf der Heimfahrt vom Spanien-Urlaub gegen einen Brückenpfeiler.

Unfallstelle (Foto: dapd)

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich sehr betroffen von dem Unglück: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und dem ganzen polnischen Volk." Zugleich versicherte die Kanzlerin, die zuständigen deutschen Behörden würden alles tun, um das schreckliche Ereignis so schnell wie möglich aufzuarbeiten. Bundespräsident Christian Wulff schrieb seinem polnischen Kollegen Bronislaw Komorowski, die Nachricht vom Busunglück habe ihn "mit Trauer und Bestürzung erfüllt".

Großeinsatz am Autobahnkreuz

Blick aus dem Hubschrauber auf das Autobahnkreuz bei Schönefeld südlich von Berlin (Foto: dpa)

Das Schönefelder Kreuz

Der schwere Unfall hatte sich am Sonntag (26.09.2010) auf der Autobahn südlich von Berlin ereignet. Am gewöhnlich stark befahrenen Schönefelder Kreuz im Bundesland Brandenburg wollte die Fahrerin eines Pkw von der Autobahn A113 auf die A10 auffahren. Dabei verlor die 37-Jährige nach Polizei-Anghaben die Kontrolle über ihr Fahrzeug und prallte gegen den vorbeifahrenden polnischen Reisebus. Der Busfahrer raste daraufhin gegen einen Brückenpfeiler.

Traurige Bilanz: 13 Tote und fast 40 Verletzte. Auf der stundenlang gesperrten Autobahn herrschte Chaos. Helfer fanden Leichen auf der Fahrbahn und im Bus, Fahrzeugteile lagen ebenso herum wie Koffer und Schuhe. Nach Angaben der Landesregierung von Brandenburg waren rund 300 Feuerwehrleute, Polizisten, Rettungssanitäter und Notfallseelsorger im Einsatz.

Unaufmerksamkeit?

Unfallwagen (Foto: dapd)

Einsatzkräfte der Feuerwehr bei den Unfallfahrzeugen

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist unklar. Ob etwa Müdigkeit, Unaufmerksamkeit oder der Regen eine Rolle spielten, muss noch herausgefunden werden. Die Pkw-Fahrerin selbst wurde bei dem Unglück verletzt. Sie hatte noch zwei weitere Menschen mit in ihrem Fahrzeug.

Bei den Bus-Fahrgästen handelte es sich um Mitarbeiter des Forstamtes in Zlocieniec (Falkenburg/Westpommern) und ihre Familien. Polens Ministerpräsident Donald Tusk reiste kurzfristig nach Deutschland und besuchte gemeinsam mit Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck einige Verletzte in einer Berliner Klinik. "Vielen Dank für euren Einsatz und eure Hilfe", sagte Tusk dort zur Arbeit der deutschen Rettungskräfte. Er war sichtlich bestürzt. Für diesen Montag hat die brandenburgische Landesregierung Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Autor: Christian Walz (dpa, dapd)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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