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Aktuell Nahost

Entsetzen über neues Enthauptungsvideo

Auf einem Video der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist die Enthauptung eines US-Journalisten zu sehen. Die Regierung in Washington hält die Aufnahme für echt. Präsident Obama schickt weitere 400 Soldaten in den Irak.

Das Weiße Haus hat die Echtheit eines Videos der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) bestätigt, auf dem die Hinrichtung des US-Journalisten Steven Sotloff zu sehen ist. Das Video war am Dienstag im Internet aufgetaucht. Eine Analyse durch Geheimdienstexperten habe erbracht, dass das Video authentisch sei, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden.

Nach Angaben des US-Forschungsinstituts SITE ermordeten die Extremisten den 31-Jährigen aus Rache für die US-Luftangriffe im Irak vor laufender Kamera. Das Institut verfolgt weltweit die Aktivitäten von Terrororganisationen. Die IS-Miliz droht demnach, als nächstes eine britische Geisel umzubringen. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Extremisten, die weite Landstriche in Syrien und im Irak beherrschen, bereits den US-Journalisten James Foley enthauptet.

Drohung an US-Verbündete

Das Institut Site veröffentlichte eine Mitschrift des Videos. Demnach richtete der mutmaßliche Täter mit gezücktem Messer eine Warnung direkt an Obama, die Militärangriffe im Irak gegen den IS zu unterlassen: "Ich bin zurück, Obama. Und ich bin zurück wegen Deiner arroganten Außenpolitik gegenüber dem Islamischen Staat", sagt er demnach. "So wie Deine Raketen weiterhin unsere Leute treffen, wird unser Messer weiter die Nacken Deiner Bürger treffen." Der IS-Kämpfer warnt sämtliche Regierungen, sich nicht auf eine "böse Allianz" mit Amerika einzulassen. Auch Steven Sotloff ist auf dem Video zu sehen. "Ich bin mir sicher, ihr wisst wer ich bin", sagt er. "Und ihr wisst, warum ich hier zu sehen bin." Das knapp dreiminütige Video trägt den Titel "Eine zweite Nachricht an Amerika".

Weltweites Entsetzen

Die Ermordung des Journalisten sorgte weltweit für Entsetzen. US-Präsident Obama äußerte sich erschüttert. Er sei angewidert von der Barbarei der IS, sagte er bei einem Besuch in Estland. Der Gerechtigkeit werde genüge getan. Der britische Premier David Cameron sprach von einem "verachtenswerten und barbarischen Mord". Der französische Präsident François Hollande sagte, die Tat beweise den "schändlichen Charakter der Dschihadisten-Organisation, die die Freiheit infrage stellt und nur den Terror kennt." Beim am Donnerstag beginnenden NATO-Gipfel in Wales dürfte der Kampf gegen den Terrorismus ebenfalls zur Sprache kommen.

Weitere Soldaten in den Irak

Die USA wollen weitere 400 Soldaten in den Irak schicken. Davon sollten 350 den Schutz der US-Botschaft in Bagdad verstärken, teilte John Kirby, Sprecher des Verteidigungsministeriums, mit. Insgesamt seien damit 820 Mann für den Schutz der Botschaftsgebäude abgestellt. Rund 50 Soldaten, die derzeit in Bagdad seien, würden in anderen Ländern der Region stationiert, sagte Kirby. Dazu nannte Kirby keine Einzelheiten. Bereits vor Wochen hatte Präsident Barack Obama angesichts des Vormarsches der IS-Milizen mehrere hundert Soldaten in den Irak geschickt. Die Regierung in Washington betont, es kämen keine Kampftruppen in den Irak.

cr/kle (dpa, afp)