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Kultur

Entsetzen über Blutbad in Antwerpen

Ein rassistisch begründeter Doppelmord schockiert Belgien. Bei dem Verbrechen wurden am Donnerstag eine junge Frau afrikanischer Abstammung und ein zweijähriges Mädchen getötet sowie eine Türkin schwer verletzt.

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Hunderte begleiteten die Verwandten der Ermordeten beim Protestmarsch in Antwerpen

Regierungschef Guy Verhofstadt zeigte sich am Freitag (12.5.2006) bestürzt über das "schreckliche und feige Verbrechen" vom Vortag in Antwerpen. "Jetzt muss jedem klar sein, wohin der Rechtsextremismus führen kann", erklärte er in Brüssel. Das Königshaus wollte nach eigenen Angaben ein Beileidsschreiben an die Angehörigen der beiden Opfer schicken. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der 18-Jährige liegt in einem Krankenhaus, nachdem er von der Polizei mit einem Bauchschuss gestoppt worden war.

Belastender Brief gefunden

Der junge Skinhead hatte am Vortag ein afrikanisches Au-Pair-Mädchen und das von ihm betreute weißes Kleinkind erschossen. Der Täter habe ein möglichst großes Blutbad anrichten wollen, berichtete die Zeitung "De Morgen": Er hinterlegte einen Brief in seinem Zimmer, in dem er ankündigte, so viele Ausländer wie möglich töten zu wollen.

Am hellichten Tag, in aller Öffentlichkeit

In Antwerpen gingen am Freitag mehrere hundert Menschen auf die Straße, um gegen Gewalt zu protestieren. Den Zug führten Freunde des Au-Pair-Mädchens aus Mali an, wie die belgische Nachrichtenagentur Beta meldete. Der Skinhead hatte die junge Frau und das von ihr betreute zweijährige Mädchen am hellichten Tag in der Innenstadt erschossen. Zuvor hatte der 18-Jährige auf eine 46-jährige Türkin geschossen, die auf einer Parkbank saß und las, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Frau habe einen Bauchschuss erlitten, sei aber inzwischen außer Lebensgefahr. (kas)

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