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Terror

Entsetzen über Anschlag auf Moschee in Kanada

Der Anschlag auf eine Moschee in Québec hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Bei dem Angriff wurden sechs Menschen getötet. Das Motiv der Tat ist vollkommen noch unklar.

Ermittler am nächsten Morgen am Tatort (picture-alliance/empics/P. Chiasson)

Ermittler am Tatort

Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf betende Muslime in der ostkanadischen Stadt Québec hat auch US-Präsident Donald Trump dem Nachbarland sein Mitgefühl ausgesprochen. Trump habe in einem Telefonat dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau und dem kanadischen Volk sein Beileid "nach der tragischen Schießerei in einem islamischen Kulturzentrum in Québec" übermittelt, teilte Trudeaus Büro mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Betroffenen bereits zuvor ihr Mitgefühl bekundet. Deutschland stehe an der Seite der Trauernden. Die Kanzlerin habe "mit Erschütterung" von dem "mörderischen Angriff auf Gläubige erfahren, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Wenn die Mörder es darauf angelegt hätten, Menschen unterschiedlichen Glaubens gegeneinander aufzubringen, "so wird ihnen das nicht gelingen".

Kardinal Gérald Cyprien LaCroix, Erzbischhof von Québec, (l.) mit Papst Franziskus (picture-alliance/AP Photo/L'Osservatore Romano)

Kardinal Gérald Cyprien LaCroix, Erzbischhof von Québec, (l.) mit Papst Franziskus

Außenminister Sigmar Gabriel verurteilte das "grausame Attentat auf betende Muslime" scharf. "Der Angriff zielt ins Herz einer Nation, die für religiöse Toleranz und Vielfalt bekannt ist", sagte er. Den Verletzten wünschte Gabriel baldige Genesung. Das entschlossene Vorgehen gegen die Täter dürfe aber nicht auf Kosten einer offenen und freien Gesellschaft geschehen.

"Wir müssen uns umeinander kümmern"

Der Jüdische Weltkongress (WJC) äußerte sich "empört" über den "brutalen Angriff" auf muslimische Gläubige. WJC-Präsident Ronald Lauder sagte: "Unsere Gedanken und Gebete sind mit der islamischen Gemeinschaft und mit dem kanadischen Volk." Lauder betonte: "Wir müssen einander verteidigen und wir müssen uns umeinander kümmern: eine Religionsgemeinschaft um die andere und ein Land um das andere."

Papst Franziskus rief Christen und Muslime zum gemeinsamen Gebet auf. Nach seiner Morgenmesse empfing der Papst den Erzbischof von Québec, Kardinal Gerald Cyprien Lacroix, im Vatikan und sicherte ihm seine Gebete für die Opfer zu. Nach Vatikanangaben betonte der Papst bei der Begegnung, dass es wichtig sei, "in solchen Momenten vereint im Gebet" zu bleiben. Der Kardinal, der in Rom zu Besuch war, reiste anschließend sofort zurück nach Kanada.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem "Terroranschlag auf Muslime" und versprach, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. "Vielfalt ist unsere Stärke, und religiöse Toleranz ist ein Wert, den wir als Kanadier schätzen", sagte Trudeau weiter.

Unklarheit herrschte über die Zahl der Täter, die in die Moschee gestürmt waren und sechs Menschen erschossen und weitere verletzt hatten. Die Polizei nahm zwei Männer fest, teilte aber später mit, nur einer der beiden Festgenommenen werde als Verdächtiger behandelt. Der zweite Mann diene den Ermittlern "als Zeuge" des Attentats. Zuvor waren die Behörden von zwei bewaffneten Angreifern ausgegangen. Einer der beiden Verdächtigen wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen, der zweite wenig später. Das Motiv für die Tat, die weltweit verurteilt wurde, blieb zunächst unklar.

"Es ist entsetzlich", sagte der Moschee-Vorsitzende Mohammed Yangui der Nachrichtenagentur dpa. Er wies darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Im Juni wurde etwa ein abgetrennter Schweinekopf im Eingangsbereich der Moschee abgelegt.

Der Bürgermeister von Montréal, Denis Coderre, sagte am Montag wegen des Anschlags in Québec einen geplanten Berlin-Besuch ab. Er hatte in der deutschen Hauptstadt der Opfer des Weihnachtsmarkts-Anschlags gedenken wollen.

stu/uh (afp, dpa, epd, kna)

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