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Aktuell Nahost

Entsetzen über Angriff auf Klinik in Aleppo

Seit Februar gilt auf Drängen Washingtons und Moskaus in Syrien eine Waffenruhe. Aber in der stark zerstörten Stadt Aleppo wird seit Wochen gekämpft. Der Konflikt dort wird immer grausamer.

Die USA und die Vereinten Nationen haben den Luftangriff auf ein Krankenhaus in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo mit etwa 30 Toten scharf verurteilt. Derartige Militärschläge seien in jeder Hinsicht verwerflich, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, es sei unentschuldbar, mit solchen Angriffen Zivilisten ins Visier zu nehmen.

Bei dem Angriff in der Nacht zum Donnerstag waren etwa 30 Menschen getötet worden , unter ihnen Kinder und Ärzte. Die Klinik, ein wichtiges Zentrum der Kinderheilkunde, liegt nach Angaben örtlicher Helfer in einem von Rebellen kontrollierten Bezirk Aleppos.

MsF: Gezielter Angriff

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MsF) sprach von einem gezielten Angriff auf die von ihr unterstützte Klinik, deren Standort allgemein bekannt sei. Offen ist, wer für Luftangriff verantwortlich ist. Menschenrechtler weisen dem Regime von Präsident Baschar al Assad die Schuld zu.

Ban klagte, es habe in Syrien wieder "blindwütige Bombardierungen durch Kräfte der Regierung und der Opposition" gegeben. Er rief die Konfliktparteien auf, "unverzüglich die Feindseligkeiten einzustellen".

Helfer bergen nach dem Luftangriff einen Verletzten (Foto: Reuters)

Helfer bergen nach dem Luftangriff einen Verletzten

Waffenruhe vor dem Aus

Der UN-Generalsekretär forderte dabei insbesondere die USA und Russland auf, ihren Einfluss geltend zu machen und die verfeindeten Parteien zu einem Ende der Gewalt zu bewegen. Eigentlich gilt in Syrien seit Ende Februar eine von den USA und Russland ausgerufene Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Sie hielt bislang prinzipiell, trotz wiederholter Verstöße. Doch nun droht die Waffenruhe wegen der Eskalation in Aleppo zu scheitern.

Appell an Moskau

US-Außenminister John Kerry sieht jetzt vor allem Russland in der Pflicht. Die Truppen der von Russland unterstützten Assad-Regierung griffen "offenbar absichtlich medizinische Einrichtungen" an, erklärte Kerry in Washington. Die Attacke auf das Krankenhaus in Aleppo sei "empörend", kritisierte er. "Russland hat eine dringende Verantwortung, Druck auf das Regime auszuüben", betonte Kerry.

Syrien wies jede Verantwortung für die Bombardierung zurück. Russland, dessen Luftwaffe die Regierungstruppen unterstützt, erklärte, in Aleppo in den vergangenen Tagen keine Luftangriffe geflogen zu haben. Das Verteidigungsministerium in Moskau sprach hingegen von Hinweisen, wonach ein Flugzeug der von USA geführten Koalitiion gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat", IS, den Angriff ausgeführt habe.

wl/qu (dpa,afp,rtr)