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Aktuell Afrika

Entscheidung bei Milizenschlacht um Flughafen von Tripolis

Der islamistischen Miliz "Fadschr Libya" gelang es nach eigenen Angaben, den strategisch wichtigen Flughafen von Tripolis vollständig zu erobern. Die Situation in der libyschen Hauptstadt bleibt verworren.

Vorausgegangen seien zehntägige Kämpfe mit rivalisierenden Milizen aus der Stadt al-Sintan, erklärte "Fadschr Libya". Der libysche TV-Sender An-Nabaa verbreitete eine Erklärung der Milizen des Kommandos "Fadschr Libya" (übersetzt: "Morgendämmerung für Libyen"), der zufolge die Kämpfer den strategisch bedeutsamen Flughafen 30 Kilometer südlich der Hauptstadt vollständig unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Luftangriffe im Großraum Tripolis

Zuvor hatten Kampfflugzeuge erneut Stellungen verschiedener islamistischer Milizen angegriffen. Mindestens zehn Menschen wurden dabei nach unbestätigten Meldungen getötet, 20 weitere verletzt. Doch es ist unklar, wer für die Attacken verantwortlich ist.

Laut Angaben islamistischer Milizen beschossen die Flugzeuge unter anderem Gebäude an der Straße zum Flughafen, die sich unter Kontrolle von Islamisten befinden. Auch das Hauptgebäude der Ölgesellschaft Waha, das Islamisten kontrollieren, sei Ziel der Angriffe gewesen. Unabhängige Bestätigungen für die Meldungen aus Tripolis gibt es nicht. Medienaktivisten verbreiteten im Internet Bilder, die Rauchsäulen über der libyschen Hauptstadt und zerstörte Gebäude zeigen sollen.

In Tripolis kämpfen seit Mitte Juli verfeindete Milizen um die Kontrolle des Flughafens, der seit Monaten für den internationalen Luftverkehr geschlossen ist. Es sind die heftigsten Gefechte seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi vor zweieinhalb Jahren. Bei den rivalisierenden Milizen handelt es sich um frühere Revolutionsbrigaden, die am Sturz Gaddafis beteiligt waren. Mitverantwortlich für die Eskalation ist der pensionierte General Chalifa Haftar, der mit ihm ergebenen Verbänden einen eigenen Feldzug gegen islamistische Rebellenbrigaden ausgerufen hat.

Das ölreiche nordafrikanische Land kommt seit dem Sturz Gaddafis und der ausländischen Militärintervention im Jahr 2011 nicht zur Ruhe. Der Flughafen befand sich seit Gaddafis Sturz in der Hand einer Miliz aus der Stadt al-Sintan.

Aus für internationalen Fußball

Wegen der prekären Sicherheitslage verzichtet Libyen auf die Ausrichtung des Afrika-Cups 2017, wie der afrikanische Fußballverband CAF am Samstag bekanntgab. Bereits 2013 hätte Libyen Gastgeber der Afrikameisterschaft sein sollen, sagte damals aber aus den gleichen Gründen ab.

qu/rb (afp, rtr, dpa)