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Fokus Osteuropa

Entschädigung weißrussischer NS-Opfer

In Belarus ist die Auszahlung von Entschädigungen an ehemalige Zwangsarbeiter fast abgeschlossen. Vertreter der zuständigen Stiftungen in Deutschland und Belarus berichteten jüngst in Minsk über ihre geleistete Arbeit.

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Persönliche Übergabe ist die Ausnahme - aber die Zahlungen kommen an

Am Montag (11.4.) hat in Minsk eine gemeinsame Pressekonferenz der deutschen Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und ihrer belarussischen Partnerorganisation Stiftung Verständigung und Aussöhnung stattgefunden.

Der Leiter der weißrussischen Stiftung, Walentin Gerasimow, eröffnete die Pressekonferenz und teilte mit, in Belarus werde die Auszahlung der Entschädigungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere Opfer des Nationalsozialismus bis zum Sommer dieses Jahres abgeschlossen. Er betonte, die belarussische Stiftung und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds würden als erste die Auszahlung abschließen.

Viele Opfer bereits verstorben

Gerasimow zufolge gab es in Weißrussland ursprünglich 150.000 Menschen, die Anspruch auf eine Entschädigung hatten. Wegen der hohen Sterblichkeit unter den Opfern des Nationalsozialismus ist deren Anzahl in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Gerasimow sagte: "Derzeit, in der abschließenden Phase, handelt es sich um 129.000 Menschen."

Lob aus Deutschland

Er betonte, die Arbeit der belarussischen Stiftung Verständigung und Aussöhnung sei von der deutschen Seite gelobt worden. Auf die Frage, was zu diesem Erfolg geführt habe, sagte er, vor allem habe die Zusammenarbeit mit den Archiven in Belarus gut funktioniert und die Regierung des Lande habe viel dazu beigetragen. In Zukunft möchte sich die Stiftung, so Gerasimow, mit der Suche von Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus und mit humanitären Programmen befassen.

350 Millionen Euro aus Deutschland

Das Vorstandsmitglied der deutschen Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Günter Saathoff, sagte seinerseits, die belarussische Stiftung Verständigung und Aussöhnung habe für die Entschädigungszahlungen von der deutschen Bundesregierung mehr als 350 Millionen Euro erhalten. Saathoff zufolge konnte die Auszahlungssumme an einige Kategorien von Opfern erhöht werden, da im Budget der Stiftung Geld übrig geblieben war.

Wladimir Dorochow, Minsk
DW-RADIO/Russisch, 11.4.2005, Fokus Ost-Südost