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Aktuell Amerika

Entschädigung nach Armeemassaker in Mexiko

Die Sicherheitskräfte in Mexiko gelten als korrupt. Jetzt sollen erstmals Opfer von Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Ob die Betroffenen die Hilfe annehmen, ist jedoch offen.

Was am 30. Juni 2014 geschah, wirft ein Schlaglicht auf die Zustände in der mexikanischen Armee: 22 Mitglieder einer kriminellen Organisation wurden bei einer Schießerei in der Nähe der Hauptstadt getötet. Sie hätten eine Militärpatrouille angegriffen, und die Soldaten hätten das Feuer erwidert - so die offizielle Version.

Zeugen widersprachen dieser Darstellung allerdings vehement: Nur einige der Verdächtigen seien während des Gefechts getötet worden, die anderen seien aus nächster Nähe erschossen worden. Zum Teil sollen die Soldaten ihre Opfer an einer Wand hingerichtet haben.

Ausgleich für erlittenes Leid

Drei Überlebende sowie Angehörige der Opfer dieses mutmaßlichen Armeemassakers können jetzt auf eine Entschädigungszahlung der mexikanischen Regierung hoffen. Das kündigte Sergio Jaime Rochín an, der Vorsitzende der Regierungskommission CEAV, die für die Rechte von Opfern zuständig ist.

Rochín verwies auf ein Musterverfahren, wonach Opfer von Menschenrechtsverletzungen staatlicher Sicherheitskräfte entschädigt werden können. Die mexikanische Staatsanwaltschaft hatte zuvor gegen drei Soldaten Mordanklage erhoben.

Etappensieg in Sachen Menschenrechte

Alle Getöteten würden als Opfer einer Gewalttat betrachtet, sagte Rochín. Er betonte, dass die Angehörigen das Recht auf eine Kompensationszahlung von insgesamt einer Million Peso (rund 61.000 Euro) hätten. Noch ist allerdings offen, ob der Betrag auch ausgezahlt werden kann. "Ich hoffe, dass die Angehörigen die Hilfe annehmen und einen Antrag stellen", sagte Rochín.

Es wäre das erste Mal, dass der mexikanische Staat Opfer von Menschenrechtsverbrechen auf diese Weise entschädigt. Nach Regierungsangaben wird damit eine Empfehlung der Nationalen Menschenrechtskommission umgesetzt.

Mexiko steht wegen seiner Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Sicherheitskräfte immer wieder in der Kritik. Als korrupt gilt vor allem die örtliche Polizei, die vielerorts mit Drogenmilizen zusammenarbeitet.

jj/as (epd, ap)