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Aktuell Deutschland

Entlassungen nach Großbrand bei "Wiesenhof"

Das Werk des Geflügelproduzenten "Wiesenhof" in Niedersachsen liegt nach dem Großbrand in Schutt und Asche. Gearbeitet werden kann nicht. Das Unternehmen reagiert mit Entlassungen.

Nach dem verheerenden Großbrand beim Geflügelproduzenten Wiesenhof im niedersächsischen Lohne soll ein Teil der rund 1200 Mitarbeiter die Kündigung erhalten. Für die betroffenen Beschäftigten werde ein Sozialplan erstellt, teilte das Unternehmen nach einer Mitarbeiterversammlung mit.

Wie viele Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt und wie viele vorübergehend an anderen Standorten eingesetzt werden, soll in der nächsten Woche mitgeteilt werden. Beschäftigt sind in Lohne 750 Festangestellte sowie 450 Leiharbeiter und Werksvertragsbeschäftigte.

Schlachtbetrieb nicht möglich

Bislang wurden in Lohne täglich bis zu 370.000 Hähnchen geschlachtet. Der Großbrand dürfte den Schlachtbetrieb für längere Zeit lahmlegen. "Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Schlachtung in den nächsten Wochen nicht wieder aufgenommen werden kann", sagte eine Wiesenhof-Sprecherin. Die Tiere würden zu anderen Standorten zum Schlachten gebracht. Engpässe in der Versorgung der Verbraucher mit Hähnchenfleisch werde es nicht geben.

Dichter Rauch am Montag über dem brennenden Betrieb (Foto: Imago)

Dichter Rauch am Montag über dem brennenden Betrieb

Wiesenhof hat neben zwei Betrieben in Lohne neun weitere Verarbeitungsbetriebe in Deutschland. Der Konzern ist Marktführer. Der Umsatz lag 2015 eigenen Angaben zufolge bei 2,38 Milliarden Euro und der Absatz von Geflügel-Spezialitäten bei 689.609 Tonnen.

Brandursache nicht bekannt

Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache am Montag ausgebrochen. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Menschen kamen durch den Brand nicht zu Schaden. Wegen des Osterfestes waren nur wenige Mitarbeiter in dem Betrieb. Sie seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, hieß es von Wiesenhof. Die Ermittlung der Brandursache werde noch Monate dauern, erklärte die Polizei.

Fast 500 Feuerwehrleute hatten stundenlang gegen die Flammen gekämpft. Sie konnten aber nicht verhindern, dass zwei Produktionshallen niederbrannten. Wegen der starken Rauchentwicklung waren die Bewohner der Umgebung aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

wl/SC (dpa, afp)