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Human Rights Watch

Entführungen in der Türkei sollen aufgeklärt werden

Human Rights Watch schlägt Alarm: Ehemalige Staatsbedienstete sollen von türkischen Sicherheitskräften verschleppt worden sein. Die Menschenrechtsorganisation fordert Aufklärung von der Regierung.

In der Türkei sorgt das Verschwinden mehrerer ehemaliger Staatsbediensteter für Aufsehen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft dem Land das Verschwindenlassen von mutmaßlichen Anhängern der Gülen-Bewegung vor und fordert eine Untersuchung der Vorfälle. Seit März seien mindestens vier Männer in der Hauptstadt Ankara verschleppt worden, teilte HRW in London mit. Einer davon - ein früherer Lehrer - sei 42 Tage nach seinem Verschwinden in Polizeigewahrsam aufgetaucht. Gegen ihn sei wegen Terrorverdachts Untersuchungshaft verhängt worden. Von drei weiteren Entführten fehle jede Spur.

Sicherheitskräfte sollen beteiligt sein

Alle Betroffenen waren demnach unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen per Notstandsdekret von ihren Posten im Staatsdienst entlassen worden. Die Regierung geht mit großer Härte gegen die Bewegung Gülens vor, die sie für den versuchten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich macht. Gülen hat das stets zurückgewiesen. Die Ähnlichkeiten der Entführungen gäben Anlass zu der Vermutung, dass Sicherheitskräfte beteiligt gewesen seien, teilte HRW mit. Zusätzlich zu den vier Entführten fehle seit März von einem fünften Mann in Ankara jede Spur.

Aufklärung der Regierung gefordert

Die türkischen Behörden sollten umgehend den Verbleib der Männer klären und für ihre Freilassung sorgen, forderte der HRW-Direktor für Europa und Zentralasien, Hugh Williamson, in einem Brief an Justizminister Abdülhamit Gül. Sollten sie in Haft sein, müsse ihnen Zugang zu einem Anwalt gewährt werden. Zudem müssten ihre Familien über ihren Haftort informiert werden.

Die Organisation appellierte an die Regierung, mit aller Entschiedenheit gegen das Verschwindenlassen von Verdächtigen durch die Sicherheitskräfte vorzugehen. Die Türkei blicke auf eine "beschämende Vergangenheit" der Entführung und des Verschwindenlassens vorwiegend kurdischer Verdächtiger zurück, die sich nicht wiederholen dürfe, hieß es.

wo/kle (dpa, afp)

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