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Aktuell Asien

Entführter Schweizer entkommt Extremisten auf den Philippinen

Ein vor mehr als zwei Jahren auf den Philippinen verschleppter Schweizer ist wieder frei. Von dem mit ihm entführten Niederländer fehlt weiter jede Spur.

Lorenzo Vinciguerra sei während eines Feuergefechts zwischen Soldaten und Mitgliedern der Terrorgruppe Abu Sayyaf auf der Insel Jolo die Flucht gelungen, teilte das philippinische Militär mit. Bei dem Kampf soll der Schweizer einen seiner Bewacher mit einer Machete getötet haben. Er selbst habe dabei eine Wunde an der Wange davon getragen, teilte eine Militärsprecherin mit. Nähere Angaben über die Schwere der Verletzungen machte sie nicht. Bei dem Gefecht seien fünf Rebellen getötet worden. Nach Angaben des Schweizer Botschafters Ivo Sieber in Manila wird Vinciguerra in einem Militärkrankenhaus behandelt.

Lorenzo Vinciguerra im Porträt vor seiner Entführung 2012 (Foto:AP)

Lorenzo Vinciguerra vor seiner Entführung 2012

Der 49-Jährige war im Februar 2012 zusammen mit einem Niederländer in die abgelegene Provinz Tawi-Tawi gereist, um seltene Vögel zu fotografieren. Dabei wurden die beiden jedoch von Bewaffneten entführt und später der Islamistengruppe Abu Sayyaf übergeben. Sie wurden auf Jolo festgehalten - rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Der Niederländer konnte nicht entkommen, wie die Armee mittelte. Von ihm fehlt weiter jede Spur.

Auch Deutsche Geiseln wieder frei

Die in den 1990er Jahren mit Geld des damaligen Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden gegründete Abu Sayyaf kämpft im muslimischen Süden der sonst überwiegend katholischen Philippinen für einen eigenen Staat. Die Gruppe, die auch der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) die Unterstützung zugesagt hat, finanziert sich mit Lösegeld. Mehrere Geiseln sollen noch in der Gewalt von Abu Sayyaf sein.

Im Oktober waren zwei Deutsche von den islamistischen Separatisten freigelassen worden. Mitglieder der Terrorgruppe hatten das Paar im Frühjahr während einer Segeltour verschleppt. Nach Angaben der Kidnapper wurde für die Freilassung eine Millionensumme gezahlt. Das Auswärtige Amt hatte eine mögliche Lösegeldzahlung nicht kommentiert. Abu Sayyaf verübte zudem zahlreiche Anschläge, darunter einige der blutigsten in der Geschichte des Landes.

gmf/as (afp, ap, dpa)