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Politik

Entführter Journalist wieder frei

Der im Osten Afghanistan entführte deutsche Journalist ist wieder frei. Lösegeld sei nicht gezahlt worden, sagte der Gouverneur der Provinz Kunar, Shalezai Dedar am Mittwoch (25.7.).

Angela Merkel und Tom Koenigs in Berlin, Quelle: AP

Scheinbare Idylle - in Afghanistan häufen sich die Geiselnahmen

Die Befreiung des Deutschen, seines afghanischen Übersetzers und seines einheimischen Führers sei mit Hilfe der Dorfbewohner und der Regierungsdelegation gelungen, die vom Gouverneur in den Ort Sangar entsandt worden war. Die drei Männer seien auf dem Weg in die Provinzhauptstadt Asadabad, erklärte der Gouverneur gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Reporter und die beiden Afghanen waren gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch aus einem Privathaus in Sangar verschleppt worden, wo sie übernachteten. Vermutlich handelte es sich bei der deutschen Geisel um den "Stern"-Reporter Christoph Reuter. Die Chefredaktion des Magazins hatte "große Sorge" um ihren Mitarbeiter geäußert, der sich in Afghanistan aufhält. Unklar blieb zunächst, wer für die Entführung verantwortlich war.

Tod in Geiselhaft


Vor einer Woche waren in Afghanistan zwei deutsche Bauingenieure entführt worden. Einer starb in Geiselhaft. Sein Leichnam, der Schusswunden aufweist, wurde am Mittwoch in Deutschland zurück erwartet. Eine Obduktion am Donnerstag in Köln soll die genaue Todesursache klären. Über das Befinden des zweiten Verschleppten machte das Auswärtige Amt keine Angaben. Man bemühe sich weiter intensiv um seine Freilassung; der Krisenstab stehe in engem Kontakt mit den afghanischen Behörden.

Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag erneut versichert, dass die Bundesregierung alles tue, um den entführten deutschen Ingenieur freizubekommen. Merkel betonte nach einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten für Afghanistan, Tom Koenigs, dass die Bundesregierung an ihrer Afghanistan-Strategie festhalten werde. Für besonders wichtig hält Merkel dabei, dass Wiederaufbau und Sicherheit eng miteinander verzahnt bleiben.

Abzug der südkoreanischen Truppen gefordert

Karte von Afghanistan mit der Provinz Wardak, Quelle: AP Graphics/DW

Im Fall der 23 in Afghanistan entführten Südkoreaner sind nach Medienberichten acht Geiseln wieder frei. Die Südkoreaner würden zurzeit an einen sicheren Ort gebracht, berichtete am Mittwoch die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul. Die Regierung soll Lösegeld an die Geiselnehmer gezahlt haben.

In Berlin dankte UN-Sondergesandter Koenigs der Bundeskanzlerin derweil für das Engagement in Afghanistan. Dieser Kurs müsse auch in schwierigen Zeiten energisch gehalten werden, sagte Koenigs auch mit Blick auf die im Herbst anstehende Verlängerung der Bundeswehr-Mandate für Afghanistan. Zurzeit gehören 3000 deutsche Soldaten zur internationalen Sicherheitstruppe ISAF. Vor allem im Süden und Osten des Landes erleidet die NATO-geführte Truppe immer wieder Verluste - am Dienstag meldete die ISAF den Tod von vier Soldaten. (nwe/chr/wba)

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