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Afrika

Entführte Deutsche in Nigeria wieder frei

Eine Woche lang befanden sich zwei Deutsche in Nigeria in der Hand von Entführern. Nun wurden sie wieder freigelassen. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht mit letzter Sicherheit bekannt.

Nigeria (Foto: ap)

Er freue sich, dass die beiden Landsleute wohlbehalten wieder in Freiheit sind, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Samstag (24.04.2010) in Berlin. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Westerwelle dankte dem Krisenstab des Auswärtigen Amtes und den nigerianischen Behörden für ihre Bemühungen. Nach Westerwelles Angaben befinden sich die Freigelassenen in sicherer Obhut in Port Harcourt, der Hauptstadt der ölreichen nigerianischen Provinz Rivers im Nigerdelta.

Nigerianischer Polizist neben Ölanlagen nahe der Provinzhauptstadt Port Harcourt (Foto: AP)

Nigerianischer Polizist in der Nähe der Provinzhauptstadt Port Harcourt

Die beiden 45 und 54 Jahre alten Deutschen - einer lebt in Nigeria, der andere arbeitet dort für eine deutsche Firma - waren am vergangenen Sonntag bei einem Badeausflug am Fluss Imo im Nigerdelta entführt worden. Sie waren ohne den dort üblichen Personenschutz unterwegs, obwohl im ölreichen Nigerdelta immer wieder Ausländer und reiche Nigerianer entführt werden. Jedes Jahr werden mehrere hundert derartiger Zwischenfälle gemeldet.

Entführungen als Einnahmequelle

Verschiedene Banden und Gruppierungen versuchen offenbar nicht ohne Erfolg, mit derartigen Entführungen Lösegelder zu erpressen. Die Opfer werden meist unversehrt freigelassen, sobald für die Geiseln gezahlt wurde. Ausländische Öl- und andere Firmen im Nigerdelta geben jedes Jahr Millionen von Dollar aus, um ihre Angestellten zu schützen. Im Fall der beiden Deutschen war in nigerianischen Berichten von einer Lösegeldforderung von 150.000 Euro die Rede, allerdings ist nicht klar, ob tatsächlich Geld an die Banditen gezahlt wurde.

Neben rein kriminellen Banden operieren im Nigerdelta auch Rebellen, die den Ölreichtum der Region umverteilen wollen. Eine dieser Organisationen hatte kürzlich einen Waffenstillstand aufgekündigt.

Autor: Hartmut Lüning (apn, dpa, rtr)
Redaktion: Dirk Eckert