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Nachrichten

Entführer weiter unbekannt

Ein angeblicher Sprecher hat sich im Namen der Taliban zur Entführung zweier Deutscher in Afghanistan bekannt. Das Auswärtige Amt zweifelt das Bekenntnis an. Rund 20 Südkoreaner sind wohl tatsächlich in Taliban-Hand.

Zwei Männer in der Wüste, mit Tüchern vermummt. Der rechte trägt einen Raketenwerfer. (Quelle: AP)

Der Widerstand der bewaffneten Taliban erstarkt

Über die Entführer von zwei Deutschen und fünf Afghanen, die seit Mittwoch vermisst werden, herrscht weiter Unklarheit. Ein angeblicher Taliban-Sprecher bekannte sich am Freitag (20.07.07) telefonisch zu der Entführung. Die Deutschen kämen nur frei, wenn die Bundesrepublik ihre Soldaten aus Afghanistan abziehe. Außerdem müssten alle in afghanischen Gefängnissen einsitzenden Taliban freigelassen werden. Laut Auswärtigem Amt (AA) handelt es sich bei den Entführten um Mitarbeiter eines in Kabul ansässigen Unternehmens, die an einem Staudamm-Projekt gearbeitet haben.

Auch Südkoreaner entführt

Karte von Afghanistan. (Quelle: DW)

Man weiß, wo die Deutschen entführt wurden - aber nicht, von wem

Das Auswärtige Amt bezweifelt, dass sich die Männer tatsächlich in der Gewalt der Taliban befinden. Das Ministerium habe die entsprechende Mitteilung eines "so genannten Sprechers der Taliban" zur Kenntnis genommen, sagte AA-Sprecher Martin Jäger. Im Raum stehe die gegenteilige Mitteilung eines Taliban-Sprechers vom Donnerstag, die entführten Deutschen seien nicht in der Hand der radikal-islamischen Gruppierung. Der Krisenstab des AA bemühe sich weiterhin sehr intensiv um eine baldige Freilassung der Entführten, so Jäger.

Die afghanische Polizei hat die Entführung eines Reisebusses mit rund 20 Südkoreanern durch die Taliban bestätigt. Bei den Geiseln soll es sich um junge Christen handeln. Auf einer Taliban-Webseite hieß es, sie seien an einen "sicheren Ort" gebracht worden. Die Taliban-Führung werde über ihr Schicksal entscheiden. Nach Angaben der Polizei reiste die Gruppe ohne Sicherheits-Begleitung und hatte die Behörden auch nicht über ihre Fahrt informiert. Auf der Strecke zwischen Kandahar und Kabul, wo der Bus unterwegs war, werden immer wieder Autos und Konvois angegriffen. Sicherheitskräfte durchsuchten nun Dörfer im Entführungsgebiet, um die Südkoreaner zu finden, sagte ein Polizeisprecher.

Gewaltsamer Aufstand

Gerüstete, behelmte Soldaten planen per Landkarte in ihrer Mitte das weitere Vorgehen. (Quelle: AP)

Britische Soldaten sind in Südafghanistan ein Anschlagsziel

Anfang Juli war ein verschleppter Deutscher nach einer Woche Geiselhaft wieder freigelassen worden. Ob in seinem Fall Lösegeld bezahlt wurde, ist nicht bekannt. Taliban-Rebellen haben wiederholt Ausländer entführt, um die Regierung in Kabul zu destabilisieren. Derzeit sind in dem Land mehr als 3000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Die jüngste Entführung ereignete sich außerhalb ihres Kommandobereichs. Im Oktober 2006 waren zwei Mitarbeiter der Deutschen Welle im relativ sicheren Norden Afghanistans ermordet worden.

In der südafghanischen Provinz Helmand ist am Freitag ein Anschlag auf einen Konvoi der US-geführten Koalitionstruppen verübt worden. Mehrere britische Soldaten und afghanische Zivilisten wurden verletzt. Ob es auch Todesopfer gab, ist unklar. Ebenfalls in Helmand töteten Taliban-Kämpfer am Donnerstag bei einem Angriff sechs Polizisten. Zwei weitere wurden verletzt, wie der Polizeichef der Provinz, Muhammad Hussein, erklärte. Die Taliban haben ihren Aufstand gegen die ausländischen Truppen jüngst verstärkt. (ask)

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