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Kultur

Entertainer Chris Howland gestorben

Für viele seiner Generation war er eine Legende. Chris Howland war Schlagersänger, Moderator und Schauspieler. Seine größten Erfolge feierte er in den 1960er Jahren. Er wurde 85 Jahre alt.

Seine Markenzeichen waren der englische Akzent und ein Butler-Blick, mit dem er die Zuschauer in den 1960er Jahren vor dem Fernseher willkommen hieß. Chris Howland gehörte damals zu den beliebtesten Moderatoren Deutschlands. Wie der Westdeutsche Rundfunk mitteilte, starb der Entertainer bereits am Wochenende in seinem Wohnort Rösrath bei Köln.

Howland wurde am 30. Juli 1928 in London geboren – als Sohn eines BBC-Redakteurs. Seine eigene Karriere begann der gelernte Imker im Jahre 1946 beim Radio, obwohl er zu dieser Zeit noch gar kein Deutsch konnte. Im besetzten Hamburg arbeitete Howland als Sprecher beim Radiosender der Britischen Armee (BFN). Mit seiner markanten Stimme begeisterte er bald auch deutsche Hörer. Er bekam eine eigene Sendung beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk. Da er die deutsche Sprache nur leidlich beherrschte, schrieb Howland die Moderationen auf Englisch und las im Studio eine Übersetzung vor – mit starkem Akzent.

"Spielereien mit Schallplatten"

Als "Schallplattenjockey" gewann Howland schnell an Popularität. Für den neu gegründeten WDR moderierte er die Radiosendung "Spielereien mit Schallplatten". Aus dieser Zeit stammte auch sein selbst erdachter Spitzname "Heinrich Pumpernickel".

Chris Howland am Mikrofon (Foto: dpa)

Als Moderator sehr beliebt: Chris Howland

Seine größten Erfolge feierte Chris Howland mit der Radioshow "Musik aus Studio B" und der Fernsehsendung "Vorsicht Kamera". Letztere musste auf Druck von Vizekanzler Erich Mende aus dem Programm genommen werden – der Politiker meinte, dass die Streiche mit versteckter Kamera die Privatsphäre der Leute verletze. Jahre später entschuldigte sich Mende dafür und sagte, dass Howland seiner Zeit voraus gewesen sei.

Schlagersänger und Schauspieler

Neben Radio und Fernsehen machte sich Chris Howland auch im Schlagerbereich einen Namen. Seine Lieder "Fräulein" und "Das hab ich in Paris gelernt" erstürmten die deutschen Hitlisten. Als Schauspieler trat er in Verfilmungen von Karl-May-Büchern und Romanen von Edgar Wallace auf.

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte die Arbeit des gebürtigen Londoners. "Unzählige Deutsche haben durch ihn in den 1950er Jahren die neuen Hits aus der internationalen Musikszene kenengelernt, er hat sie zum Lachen und zum Tanzen gebracht", sagte Buhrow. "Es ist schwer vorstellbar, dass wir fortan auf seinen markanten Akzent, seinen britischen Humor und seine exquisite Musikauswahl verzichten müssen."

Howland starb in der Nacht zum Samstag (30.11.2013). Er wurde 85 Jahre alt.

bro/pl (dpa/afp)