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Entenvolk

Es gibt sie fast überall auf der Welt. Wenn sie in Schriftform auftauchen, ist Vorsicht geboten. In der Garage oder Badewanne erfreuen sie uns sehr – und in einer ganz besonderen Stadt sind sie ganz unter sich.

115 Arten sind verzeichnet auf allen Kontinenten außer in der Antarktis. Die Männchen werden Erpel genannt und sind im Gegensatz zu den unscheinbaren Weibchen, bunt gefiedert. Sehr stimmfreudig sind sie aber beide – sie quaken und schnattern laut um die Wette. Die Rede ist von Enten, die zur Familie der Entenvögel gehören.

Bleienten

Eine gründelnde Ente

Köpfchen ins Wasser, Schwänzchen in die Höh'

Alle Enten sind an ein Leben im Wasser angepasst. Die Füße sind mit Schwimmhäuten versehen und das Gefieder wird mit dem Sekret aus einer speziell entwickelten Drüse regelmäßig eingeölt, um es wasserabweisend zu machen – sonst würden sie nämlich untergehen wie eine Bleiente. So nennt man einen Mitmenschen, der schlecht oder gar nicht schwimmen kann.

Tauchen können sie auch, findet doch schließlich ein Großteil ihrer Nahrungssuche unter Wasser statt. Manche Arten lassen zu diesem Zweck nur ihren Kopf am langen Hals tief ins Wasser hängen, während der Körper wie ein Korken an der Oberfläche schwimmt – sie gründeln. Dieser Anblick wird in einem bekannten deutschen Kinderlied besungen: "Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh".

Lahme Enten

Mehrere Erpel und Enten watscheln zusammen mit einer Gans über Holzbohlen

Ein gemächlicher Watschelausflug mit Gast!

An Land wirkt der Gang der Ente etwas plump und ungeschickt – sie watschelt und kommt nur langsam vorwärts. Sie ist lahm. Lahme Enten findet man aber auch auf Autobahnen, Gehwegen oder in seinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Gemeint sind Fahrzeuge, die gemächlich fahren oder Menschen, die sehr langsam sind. Sagt jemand zu Ihnen "Mach mal voran, Du lahme Ente" dann sollten Sie einen Zahn zulegen und sich etwas beeilen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Falsche Enten

Ein Stapel Zeitungen mit einer Ente als Schatten

Keine echte Ente!

Nicht besonders beliebt ist eine ganz besondere Ente: die Zeitungsente. Da wird zum Beispiel berichtet, dass jemand zum Tode verurteilt wurde – in Wirklichkeit wurde das Todesurteil in lebenslange Haft umgewandelt. Zeitungsenten – oder inzwischen auch Internet-Enten – sind Beiträge, die nicht gut recherchiert und falsch sind.

Der Begriff Zeitungsente soll aus dem französischen in den deutschen Sprachgebrauch gekommen sein. In Frankreich gab es früher den Ausdruck vendre des canards à moitié – also halbe Enten als ganze verkaufen –, was so viel bedeutet wie nicht die ganze Wahrheit sagen. Später wurde dann der Zusatz à moitié weggelassen und die Bedeutung Betrug, Täuschung, Lüge auf das Wort canard – Ente – allein übertragen. Woher die Verbindung der Ente zur Unwahrheit kommt, ist unklar. Möglicherweise, weil sie als unzuverlässige Brüterin galt.


Enten auf Rädern

Drei 2CV stehen vor einem Gasthof mit Namen entenwirt und werden von zwei Enten bestaunt

So viele Enten auf einmal...

Auf Deutschlands Straßen kann man gelegentlich noch einer Ente begegnen, die leider vom Aussterben bedroht ist. Diese Ente schwimmt und quakt nicht, sie rollt und knattert – und frisst Benzin. Die Rede ist von dem französischen Auto Citroën 2CV – in Deutschland als Ente bezeichnet und von den Fans heißgeliebt. Durch ihren niedrigen Anschaffungspreis und die geringen Unterhaltskosten wurde die Ente ab den 1960er Jahren in Deutschland schnell zum typischen Studentenauto mit Kultstatus, mit dem man nicht nur in den Urlaub sondern auch zu Demos fuhr.

Der Name ist aus den Niederlanden übernommen worden. Dort hatte man das Fahrzeug Das hässliche Entlein getauft. Der Ausdruck geht zurück auf das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen, in dem ein Entenküken von allen verspottet und schließlich sogar verstoßen wird, am Ende jedoch zu einem schönen Schwan heranwächst, der nur irrtümlich im Entennest ausgebrütet wurde.

Enten im Schaumbad

Ein Quietscheenten-Hochzeitspaar

Auch Quietscheentchen trauen sich!

Mit einer ganz bestimmten Entenart teilt der ein oder andere regelmäßig die Badewanne: mit dem Quietscheentchen. Diese kleine Gummiente aus elastischem Kunststoff wurde populär durch die Kinderfernsehserie Sesamstraße, in der die Figur Ernie nie ohne seine Quietscheente in die Badewanne steigt und dabei das berühmte Quietscheentchen-Lied singt.

Mittlerweile sind die kleinen Enten in vielen Varianten erhältlich. Neben der klassischen gelben Ausführung gibt es sie zum Beispiel als Fußballente, Feuerwehrente oder Piratenente – und auch leuchtende oder duftende Exemplare kann man zu Wasser lassen.

Eine Ente für alle

Donald Duck springt in die Höhe und freut sich über etwas

Jubel!

Die berühmteste Ente der Welt ist zweifellos ein fast immer schlecht gelaunter Erpel in unverwechselbarem Matrosenanzug und mit blauem Seemannskäppi: Donald Duck. Er lebt, wie könnte es anders sein, in einer Stadt namens Entenhausen. Seit er 1934 von Walt Disney erfunden wurde, hat er – und mit ihm Millionen Leser auf der ganzen Welt – zahllose Abenteuer erlebt.

Die Deutschen haben es der ersten Übersetzerin Dr. Erika Fuchs zu verdanken, dass alles, was Donald Duck sagte, dachte und fühlte, zu verstehen war. Besonders die Gefühle wurden durch einen genialen Kunstgriff zum Ausdruck gebracht, der im Laufe der Zeit auch in die deutsche Alltagssprache Eingang fand: den Verben wurden einfach die Endsilben gekappt. Grummel!, Schnarch!, Stöhn!, Keuch!, Ächz!, Schmatz!, Seufz!

Entenfans

Und diese eine Ente hat mehr Fans weltweit als ihre natürlichen Artgenossen. Einer von ihnen, ein Deutscher, hat sogar 13 Jahre Forschung investiert, um nach dem Studium von 52.000 Comicbildern den “einzig wahren Stadt- und Umgebungsplan von Entenhausen“ zu erstellen. Die Erklärung für so viel Begeisterung: "Donald Duck ist keine Ente. Er sieht nur so aus." Quaaak!

Fragen zum Text

Das Gefieder der Ente wird regelmäßig …

1. eingefettet.

2. eingezogen.

3. eingefärbt.

In Frankreich gab es früher die Redensart …

1. halbe Enten ganz verkaufen.

2. halbe Enten als ganze verkaufen.

3. ganze Enten als halbe verkaufen.

In einem Kinderlied wird folgende Verhaltensweise der Ente beschrieben: …

1. das Brüten.

2. der Flug in den Süden.

3. die Nahrungssuche.

Arbeitsauftrag
Finden sie bis zu drei Falschmeldungen – in Zeitungen oder im Internet –, die für großes Aufsehen sorgten. Erklären Sie in einem Text, um welche Meldung(en) es sich handelt, wie sie entstanden ist/sind und welche Auswirkungen sie hatte(n). Diskutieren Sie anschließend in der Gruppe, wie man eine Falschmeldung, eine Ente, erkennen kann.

Autor: Thomas Pelzer

Redaktion: Beatrice Warken

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