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Sexueller Missbrauch

England: Hunderte neue Missbrauchsvorwürfe

Bereits 350 Personen haben sich an die Polizei gewandt, weil sie im Kindesalter von Jugendfußballtrainern missbraucht wurden. Zuvor hatten mehrere Ex-Profis schwere Vorwürfe gegen ihre früheren Trainer erhoben.

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Missbrauchsskandal im englischen Fußball

Die Offenbarungen der ehemaligen Profi-Fußballer haben auf der Insel einen Skandal losgetreten, der seit zwei Wochen täglich Schlagzeilen macht. Und mit jedem Tag scheint auch das Ausmaß der Vorwürfe weiter anzuwachsen.

Etwa 350 Personen hätten sich bereits gemeldet, teilt nun der Polizei-Dachverband "National Police Chief's Council" (NPCC) mit. Dies ergebe sich aus laufenden Ermittlungen und Weiterleitungen einer eigens eingerichteten Telefon-Hotline für Betroffene.

Bereits 860 Hinweise seien bei dem Telefondienst eingegangen, sagte der Betreiber, die Kinderschutzorganisation "National Society for the Prevention of Cruelty to Children" (NSPCC). Unter anderem Wayne Rooney, der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, hatte Opfer sexueller Gewalt dazu aufgerufen, die Hotline in Anspruch zu nehmen.

Aufklärung um jeden Preis

Der englische Fußballverband hat indes eine interne Untersuchung angekündigt. Während der Vorsitzende Martin Glenn nicht an eine aktive Vertuschung glaubte, kündigte er an, hart durchzugreifen. "Die Größe des Klubs spielt dann keine Rolle", sagte er. Fußballklubs, wie etwa der FC Chelsea, stellen bereits Nachforschungen hinsichtlich möglichen Kindesmissbrauchs in den eigenen Reihen an.

Vor zwei Wochen war der ehemalige Profi Andy Woodward an die Presse getreten und hatte von sexuellem Missbrauch während seiner Zeit in der Jugendeinrichtung des Klubs Crewe Alexandra berichtet. Nach seinen Enthüllungen brachten mehr als 20 weitere Fußballer ähnliche Anschuldigungen vor.

Mehrere der bestehenden Vorwürfe richten sich gegen ein- und denselben Trainer. Der 62-Jährige war unter anderem beim Viertligisten Crewe Alexandra sowie Manchester City tätig. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage gegen ihn erhoben, ein Gerichtstermin ist für den 14. Dezember anberaumt.

mrk/asz (dpa, SID, AFP)

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